SPÖ Steiermark  >  Blog  > 

Rückzüge, Umfaller, Ausreden – die Gleichstellungsbilanz von Schwarz-Grün

Der Bundesvorsitzende der SOHO Österreich, Mario Lindner, zieht in seinem Blogbeitrag Bilanz über die gescheiterte Gleichstellungspolitik der Bundesregierung.

TEILEN

Mario-Lindner

Das „Beste aus beiden Welten“ wurde uns Anfang des Jahres von der neuen schwarz-grünen Regierung versprochen. Die jüngste Weigerung, simplen Protest gegen die geplante Verankerung von Homo- und Transphobie in der ungarischen Verfassung einzulegen, reiht sich aber in eine lange, traurige Reihe von Umfallern und Rückzügen und zeigt, dass nicht nur bei Sozialem und Gerechtigkeit, sondern auch in der Frage von Menschenrechten und Vielfalt von dieser Regierung nichts zu erwarten ist.

Traurige Reihe an Versäumnissen

Dass rechte Regierungen Krisen gerne nutzen, um mit Angriffen auf die Menschenrechte vom eigenen Versagen abzulenken, ist nichts Neues. Das erleben wir gerade nicht nur in Polen, den USA oder Brasilien, sondern ganz aktuell auch in Ungarn. Dort stellte Orbans Fidesz-Regierung vor einer Woche eine Verfassungsänderung vor, mit der Angriffe auf Schwule und Lesben, aber auch die Entrechtung von transidenten Personen festgeschrieben werden soll. Gleichzeitig sollen in unserem Nachbarland Regenbogenfamilien durch ein Adoptionsverbot de facto „abgeschafft“ werden. Zustände, die wir uns in Österreich kaum vorstellen können.

Und doch schafft es die Bundesregierung nicht, dagegen Stellung zu beziehen. Einen entsprechenden SPÖ-Antrag lehnten ÖVP und GRÜNE in der Nationalratssitzung vom letzten Donnerstag (einstimmig!) ab. Dass sogar die simple Gleichung „Menschenrechte = gut; Orban = nicht unbedingt“ im österreichischen Parlament keine Mehrheit findet, reiht sich leider in eine traurige Reihe an Versäumnissen der schwarz-grünen Regierung. Neben sozialpolitischen Katastrophen (Hacklerregelung, Universitätsgesetz etc.) gibt es auch in Fragen der Menschenrechte und Gleichstellung mit dieser Regierung im besten Fall Stillstand.

Von verhaltener Hoffnung zur Bankrotterklärung

Als die neue Regierung verhandelt wurde, hatten viele von uns zumindest ein bisschen Hoffnung – ich persönlich auch. Klar, die Mehrheitsverhältnisse sprachen gegen große Würfe, aber dass die Grünen zumindest einige Punkte durchsetzen können würden, war ein Lichtblick. Das schwarz-grüne Regierungsprogramm war dann schon die erste Warnleuchte für inzwischen knapp ein Jahr, in dem es in keiner wesentlichen Frage Verbesserungen gab.

Im Bereich der Vielfalt zeigt sich das besonders deutlich … vielleicht auch deshalb, weil es zumindest hier Erwartungen gab, die nun enttäuscht werden. Die Weigerung, etwas gegen die ungarischen Angriffe auf die LGBTIQ-Community nur wenige Kilometer vor unserer Grenze zu sagen, ist aber nur der letzte Tropfen in einem leider gut gefüllten Fass. Auch im Bereich des Diskriminierungsschutzes gab und gibt es keine Bewegung. In Österreich dürfen Schwule, Lesben und Bisexuelle noch immer aus Lokalen und Taxis geworfen werden, sie dürfen noch immer eine Wohnung nicht bekommen – nur aufgrund ihrer sexuellen Orientierung. Frauenministerin Raab machte schon in ihrem Antrittsinterview klar: Es wird mit Schwarz-Grün keinen Fortschritt in diesem wichtigsten fehlenden Punkt für LGBTIQ-Gleichstellung geben. Mehrere SPÖ-Anträge dazu wurden einfach abgelehnt.

Ausreden und Umfaller - das Fiasko beim Blutspendeverbot

Am deutlichsten zeigt sich das gleichstellungspolitische Versagen dieser Regierung aber wahrscheinlich beim Thema Blutspende. Eigentlich sollte es schon lange kein Thema mehr sein, dass die sexuelle Orientierung kein Ausschlussgrund vom Blutspenden ist – sogar im reaktionären Ungarn zählt dabei seit der Corona-Krise das persönliche Risikoverhalten und nicht ob jemand schwul ist. In Österreich sind Männer, die Sex mit Männern haben, noch immer für ein Jahr vom Blutspenden ausgeschlossen. Zumindest in diesem kleinen Bereich hätte es Fortschritte geben können mit dieser Regierung, aber nein: Oppositionsanträge wurden abgelehnt und nachdem der Druck durch zwei parlamentarische Petitionen wahrscheinlich zu groß wurde, setzten ÖVP und GRÜNE eine Arbeitsgruppe ein … für ein Thema, das seit Jahren ausdiskutiert ist und bei dem alle Expert*innen eine rasche Änderung empfehlen.

In der Woche der Wien-Wahl kam dann die gute Nachricht des grünen Gesundheitsministers: Das De-Facto-Blutspendeverbot soll fallen. Die Freude währte aber nur kurz, denn wenige Tage später wurden Anträge der SPÖ und NEOS mit genau diesem Beschluss erneut abgelehnt. Bis heute gibt es keine Lösung und da es anscheinend nach Jahren der Diskussion, Anschobers Arbeitsgruppe und zig Debatten im Nationalrat noch immer Diskussionsbedarf gibt, findet demnächst ein parlamentarisches Hearing statt. Nur zur Klarstellung: Die Blutspendeverordnung könnte der Gesundheitsminister allein ändern und Diskriminierungen verbieten. Es bräuchte nicht einmal eine Gesetzesänderung.

Die Zivilgesellschaft ist jetzt gefragt!

Seien wir realistisch: Die Diskriminierung beim Blutspenden wird aufgehoben werden. Daran führt schon lange kein Weg mehr vorbei. Diesen Sieg muss die ÖVP ihrem Koalitionspartner geben, um vom Fehlen anderer Verbesserungen abzulenken. Das wahre Fiasko ist und bleibt aber die Schlangenlinie aus Ausreden, Ankündigungen und dem Aussitzen der Regierung allein in dieser Frage.

Worum es aber geht: Regieren muss immer einen Sinn haben – nämlich den, etwas für Menschen besser zu machen. Wenn es über fast ein Jahr im besten Fall 2 bis 3 kleine Verbesserungen im Bereich der Menschenrechte gibt, während die Kurz-ÖVP schon fast im Wochentakt zehn Projekte mit klarer politischer Agenda umsetzt, dann muss man sich die Frage gefallen lassen, wer in dieser Regierung Politik macht … und wer nur dabei ist.

Klar geworden ist in den letzten zehn Monaten aber vor allem eines: Es braucht die Zivilgesellschaft! Es braucht die Menschen, die sich für Themen und Verbesserungen interessieren und nicht für die parteipolitischen Argumente – weder jene der Regierung, noch der Opposition. Es gab in Österreich Regierungen, die trotz vielen Versäumnissen auch im Gleichstellungsbereich Verbesserungen wie die Eingetragene Partnerschaft umgesetzt haben und es gibt Regierungen, die das nicht schaffen. Am Ende des Tages braucht es aber immer die Zivilgesellschaft, die handelt, fordert und Druck macht. Ganz besonders jetzt!

TEILEN

Ähnliche Beiträge

Julia Leitold

GVV

Metahofgasse 16
8020 Graz

Tel.: 05/0702-6692
Mail: julia.leitold@spoe.at

Arsim Gjergji

GEMEINDERAT

Ich lebe seit 1999 in Graz und mittlerweile liebe ich diese Stadt wie keine andere. Ich kenne hier mittlerweile so viele wunderbare Menschen und so ist Graz zu meiner Heimat geworden. Umso mehr freue ich mich, meinen Beitrag dafür zu leisten, dass diese Stadt weiterhin so wunderbar bleibt und Platz und die besten Möglichkeiten für alle hier Lebenden bietet.

-> zum Lebenslauf von Arsim Gjergji

Ausschüsse:

  • Wohnungsangelegenheiten sowie Wohnen Graz
  • Kultur und Wissenschaft
  • Gleichstellung, Frauen, LGBTQI+ und Menschenrechte
  • Wirtschaft und Tourismus
  • Gemeinderätliche Personalkommission (Dienstgeber:innen-Vertreter:innen)
  • Eigenbetrieb Geriatrische Gesundheitszentren (GGZ)
  • Eigenbetrieb Grazer Parkraum- und Sicherheitsservice (GPS) (Vors. Stv.)
  • Berufungsausschuss einschließlich Dienstrechtsangelegenheiten und Angelegenheiten der KFA

Bereichssprecher für:

  • GGZ
  • Regionale Zusammenarbeit
  • Bürger:innenbeteiligung
  • Friedensbüro
  • Integration
  • Tierschutz
  • Tourismus
  • Wirtschaft

Zugeordnete Bezirke:

  • Innere Stadt
  • Jakomini
  • Liebenau
  • St. Peter

Für Sie erreichbar:

SPÖ Graz Gemeinderatsklub
Rathaus Graz, 3. Stock, Zimmer 357
0316 872 2120 oder 0664 58 07 349

arsim.gjergji@stadt.graz.at
klub.spoe@stadt.graz.at

Alle aktuellen News und Informationen direkt auf dein Handy. Jetzt die SPÖ Steiermark App downloaden.

Daniela Schlüsselberger

Vorsitzende des Gemeinderatsklubs

Graz ist eine großartige Stadt und Heimat vieler Menschen. In den letzten Jahren wurde jedoch immer deutlicher das soziale Ungleichgewicht zu spüren. Das beginnt schon bei der Bildung unserer Kinder und zieht sich durch alles Gesellschaftsbereiche. Chancengleichheit darf aber niemals von der finanziellen Ausgangslage, vom Geschlecht, der Herkunft, dem Wohnort oder dem sozialen Status abhängig sein. Sie muss eine Selbstverständlichkeit werden. Deshalb wurde es für mich Zeit, die Ärmel hoch zu krempeln und selbst aktiv zu werden. 

-> zum Lebenslauf von Daniela Schlüsselberger

Vorsitzende in den Ausschüssen:

  • Bildung, Sport, Jugend und Familie
  • Gesundheit und Pflege, Soziales, Senior:innen und Integration
  • Stadion-Ausschuss
 

Weitere Ausschüsse:

  • Finanzen, Beteiligungen, Immobilien (Vors. Stv.)
  • Klimaschutz, Umwelt, Energie
  • Kontrollausschuss (Vors. Stv.)
  • Krankenfürsorgeausschuss (Dienstgeber:innen-Vertreter:innen)
  • Gemeinsamer Schulausschuss
  • Verfassung, Organisation, Katastrophenschutz und Feuerwehr und internationale Beziehungen (Vors. Stv)
 

Bereichssprecherin für:

  • Bildung
  • Energie
  • Familie
  • Finanzen
  • Immobilien
  • Schule
  • Sport
  • Beteiligung
  • Gesundheit
  • Kontrolle
  • Menschen mit Behinderung
  • Pflege
  • Senior:innen
  • Soziales
  • Verfassung

Zugeordnete Bezirke:

  • Andritz
  • Gösting
  • Waltendorf
  • Mariatrost
  • Ries

Für Sie erreichbar:

SPÖ Graz Gemeinderatsklub
Rathaus Graz, 3. Stock, Zimmer 357
0316 872 2120 oder 0664 60 872 2120

daniela.schluesselberger@stadt.graz.at
klub.spoe@stadt.graz.at

Manuel Lenartitsch

GEMEINDERAT

Wenn wir Graz lebenswerter machen wollen, gelingt dies nur gemeinsam. Unser Ziel muss es sein für Kinder eine Stadt so zu gestalten, die sie auch als Erwachsene noch lebenswert finden.

-> zum Lebenslauf von Manuel Lenartitsch

Vorsitzender im Ausschuss für Verkehr, Stadtplanung und Grünraum

Weitere Ausschüsse:

  • Personal & Gendermainstreaming (Vors. Stv.)
  • Krankenfürsorgeausschuss (Dienstgeber:innen-Vertreter:innen)
  • Berufungsausschuss einschließlich Dienstrechtsangelegenheiten und Angelegenheiten der KFA
  • Wirtschaft und Tourismus
  • Kontrollausschuss
  • Gemeinderätliche Personalkommission (Dienstgeber:innen-Vertreter:innen)
  • Stadion-Ausschuss
  • Eigenbetrieb Grazer Parkraum- und Sicherheitsservice (GPS)
  • Verfassung, Organisation, Katastrophenschutz und Feuerwehr und internationale Beziehungen
  • Finanzen, Beteiligungen, Immobilien

Bereichssprecher für:

  • Sicherheit
  • Daseinsvorsorge
  • Grünraum
  • Personal
  • Stadtentwicklung
  • Stadtplanung
  • Verkehr

Zugeordnete Bezirke:

  • Eggenberg
  • Wetzelsdorf
  • Straßgang
  • Puntigam

Für Sie erreichbar:

SPÖ Graz Gemeinderatsklub
Rathaus Graz, 3. Stock, Zimmer 357
0316 872 2120 oder 0664 881 308 37

manuel.lenartitsch@stadt.graz.at
klub.spoe@stadt.graz.at

Anna Robosch

GEMEINDERÄTIN

Für mich laufen die kleinen wie die großen politischen Herausforderungen auf die eine große Frage hinaus: Ist das gerecht? Das war so als ich mit 16 als Schulsprecherin kandidiert und mir die Frage gestellt habe, ob es gerecht ist, dass die einen jeden morgen Hauspatschen anziehen müssen und die anderen den Straßendreck auf ihren Schuhen hineintragen. Ja, ich stellte mir die Zwei-Klassen-Frage schon früh, auch wenn es nur Hauspatschen waren. Dieser Gerechtigkeitssinn hat mich bis heute angetrieben und zur SPÖ gebracht. 

-> zum Lebenslauf von Anna Robosch

Vorsitzende im Ausschuss für Gleichstellung, Frauen, LGBTQI+ und Menschenrechte

Weitere Ausschüsse:

  • Klimaschutz, Umwelt, Energie (Vors. Stv.)
  • Wohnungsangelegenheiten sowie Wohnen Graz (Vors. Stv.)
  • Kultur und Wissenschaft
  • Bildung, Sport, Jugend und Familie
  • Gesundheit und Pflege, Soziales, Senior:innen und Integration
  • Personal & Gendermainstreaming
  • Gemeinsamer Schulausschuss
  • Eigenbetrieb Geriatrische Gesundheitszentren (GGZ)
  • Verkehr, Stadt- und Grünraumplanung

Bereichssprecherin für:

  • Frauen
  • Gender Mainstreaming
  • Gleichstellung
  • Jugend
  • Klimaschutz
  • Kultur
  • LGBTIQ+
  • Menschenrechte
  • Umwelt
  • Wohnen
  • Europa
  • Wissenschaft

Zugeordnete Bezirke:

  • St. Leonhard, Geidorf, Lend, Gries

 

Für Sie erreichbar:

SPÖ Graz Gemeinderatsklub
Rathaus Graz, 3. Stock, Zimmer 357
0316 872 2120 oder 0676 44 72 167

anna.robosch@stadt.graz.at
klub.spoe@stadt.graz.at