Das Land Steiermark arbeitet konsequent an der Attraktivierung des öffentlichen Verkehrsangebotes. Regionen abseits der Bahn erhalten mit dem RegioBus nun schrittweise die gleiche Qualität in ihrer Mobilität wie Gemeinden entlang der S-Bahnstrecken. „In der Steiermark soll es künftig keine weißen Flecken im öffentlichen Verkehr mehr geben – das ist unser Ziel für die nächsten Jahre“, gibt Landesverkehrsreferent LH-Stv. Anton Lang die Marschrichtung vor. Mit Ferienbeginn am 11. Juli geht nun das neue Angebot für die Regionen Liezen, Mürztal/Mariazellerland und Voitsberg in Betrieb.
Im öffentlichen Verkehr verbessert das Verkehrsressort der Steiermark das Gesamtangebot für die Steirerinnen und Steirer in allen Regionen Schritt für Schritt.
„Das Schienenprojekt S-Bahn ist eine Erfolgsgeschichte, das auch die Corona-Krise fast unbeschadet überstanden hat“, berichtet Landesverkehrsreferent Anton Lang. „Nun liegt unser Fokus auf dem Ausbau des Regionalbusangebotes, der neue Fahrgäste vom öffentlichen Verkehr überzeugen soll, aber auch unseren Stammkunden wesentliche Verbesserungen bringt“, betont er weiter. „Hier sehen wir großes Potenzial: Zahlreiche Steirerinnen und Steirer können so ihr Auto stehen lassen und auf den Bus umsteigen. Damit leisten wir einen wichtigen Beitrag zur Luftreinhaltung und zum Klimaschutz“, so Lang.
Seit 2017 beplant das Land Steiermark gemeinsam mit dem Verkehrsverbund und in enger Abstimmung mit den Gemeinden steiermarkweit insgesamt 19 Verkehrsregionen. „Mit dem Fahrplanwechsel zu Ferienbeginn sind elf Regionen beplant, ausgeschrieben und umgesetzt, fünf weitere folgen bis in einem Jahr (im Herbst Hartberg/Fürstenfeld, im Sommer 2022 Eisenstraße, Aichfeld, Deutschlandsberg und Graz Südwest). 2023 folgen Murau, Südsteiermark und Graz Südost, womit die Steiermark dann busmäßig auf einem neuen Qualitätslevel angekommen wäre“, berichtet Bernhard Breid von der zuständigen Abteilung 16 des Landes Steiermark.
Mit Sommerferienbeginn am 11. Juli 2021 erfolgt ein weiterer wichtiger Schritt: In den Regionen Liezen, Mürztal/Mariazellerland und Voitsberg wird es mit der Inbetriebnahme der neuen Fahrplankonzepten zu deutlichen Verbesserungen im RegioBus-Verkehr kommen. Mit dem neuen Liniennetz werden Fahrpläne vor allem im Nahbereich zu Graz massiv verdichtet und vertaktet, besser aufeinander und auch zur S-Bahn und RegioBahn abgestimmt, zusätzliche Verbindungen in den Ferien und in der Schulzeit angeboten und damit eine bessere Anbindung der Gemeinden untereinander erreicht.
Ein besonderes Augenmerk wird auf die mit der Zeit geänderten Anforderungen der Kundinnen und Kunden gelegt. So werden vor allem die Verkehre mehr in den Abend hin ausgedehnt und auch dem Freizeitverkehr mehr Bedeutung geschenkt. So erfolgt z. B. neu eine Wochenendbedienung von Tragöß und dem Grünen See.
Peter Gspaltl, Geschäftsführer des Verkehrsverbundes Steiermark, beschreibt die hohe Qualität beim RegioBus: „Neben dem verbesserten Fahrplanangebot werden neue Busse – erkennbar am weiß-grünen RegioBus-Design – angeschafft. Alle Busse sind bereits für neue Informationstechnologien vorbereitet und ermöglichen damit Fahrplanauskünfte in Echtzeit und in Zukunft die Sicherung von Anschlüssen. Die neuen Busse sind für Rollstühle und Kinderwagen barrierefrei zugänglich ("Low entry") und bieten den Fahrgästen bargeldlosen Fahrkartenkauf beim Lenkpersonal.“
Hier kann jede Verbindung adressgenau gerechnet werden und auch alle Infos zu Tickets liegen parat. Wer lieber eine persönliche Beratung hätte, die/der kann sich an die neuen RegioBus-Kundenbüros in Liezen, Admont, Trieben, Stainach-Pürgg, Mürzzuschlag, Kindberg, Köflach oder Hitzendorf wenden.
Zahlen zu den neuen RegioBus-Konzepten:
• 44 Linien
• 985 Kurse (Montag bis Freitag wenn Schule)
• 94 neue Busse
• 1.200 Haltestellen
• 20.200 Angebotskilometer pro Tag (Montag bis Freitag wenn Schule)
Was bringt der neue RegioBus der Bevölkerung?
Neues in der Region Liezen
Eine der Hauptlinien der Region ist die Linie 910, die stündliche Verbindungen zwischen Liezen und Admont bietet. Das Angebot wird erweitert und noch besser auf den Zug in Liezen abgestimmt. An Wochenenden samstags und sonntags gibt es neu einen Zweistundentakt.
Auch auf der Linie 912 zwischen Admont und Altenmarkt durchs Gesäuse gibt es vor allem an Schultagen sowie an Wochenenden mehr Verkehr.
Auf der Linie 911 von Liezen über den Pyhrnpass werden zusätzliche Kurse zu den Schulschlusszeiten in Liezen gefahren, am Wochenende wird das Angebot von zwei auf vier Kurspaare verdoppelt.
Von Liezen aus in Richtung Westen ist die Linie 940 über Aigen und Irdning nach Stainach-Pürgg die Hauptlinie. So wie auch auf den anderen Strecken wird punktuell auch das Angebot am Wochenende verbessert.
In Richtung Paltental wird das Angebot neu sortiert. Dabei bekommt der Linienast über Lassing eine eigen Liniennummer – die 931.
Sowohl auf der Linie 930 über Selzthal als auch 931 über Lassing Richtung Rottenmann und Trieben werden Kurse verlängert, Verkehrstage erweitert und insgesamt das Angebot viel kundenfreundlicher gestaltet.
Auch auf der Linie 941 von Stainach-Pürgg in Richtung Irdning und Donnersbachtal kommt es zur Aufhebung der Saisonierungen und Verkehrsbeschränkungen.
Das Angebot zur Planner- und Riesneralm in der Wintersaison wird in Abstimmung mit den Bergbahnbetreibern gestaltet.
Neues in der Region Mürztal/Mariazellerland
Die Linie 180 zwischen Bruck/Mur bis Kindberg bietet unter der Woche neu nun einen Stundentakt. Dabei kann zwischen Bruck/Mur und Kapfenberg der 180er genau gleich wie der MVG-Stadtverkehr genutzt werden.
Ab Kindberg bringt die Linie 181 mehr Verbindungen zwischen Krieglach und Mürzzuschlag, dort kann man ohne Umsteigen durch das ganze Stadtgebiet und weiter Richtung Semmering fahren.
Auch die Ortsbusse Kindberg, in die Stanz und in St. Barbara werden in gewohnter Weise weitergeführt. Nach Mariazell durchs Neuberger Tal ist vor allem an der Verbesserung des Freizeitverkehrs gearbeitet worden.
Nach Mariazell fährt die Linie 170 im Zweistundentakt – neu auch über Turnau. Bis Turnau selbst bilden die Linien 170 und 171 zusammen einen Stundentakt mit guten Anschlüssen zum Zug in Kapfenberg. In Mariazell gibt es einen Art „Citybus“ mit den Linien 197 und 198 – hier wird vor allem das Gesundheitszentrum besser angebunden.
Die Linie 175 fährt neu fast durchgehend im Stundentakt bis Tragöß und bedient das LKH Hochsteiermark. Besonders erfreulich ist, dass während der Wandersaison der Wochenendverkehr ausgeweitet und somit der Grüne See besser erreichbar wird.
Neues in der Region Voitsberg
Im Umland von Graz kann man von einem Quantensprung sprechen: Zwischen Graz und Hitzendorf gibt es nun zweimal pro Stunde einen Autobus – abwechselnd als Linie 710 über Rohrbach/Steinberg und als Linie 712 über Niederberg. Zwischen Graz und der Abzweigung Mantscha ergibt sich damit ein 20-Minuten-Takt, weil auch die Buslinie 711 in die Mantscha neu im Stundentakt verkehrt. Von Hitzendorf als neuen Knoten aus geht es jeweils stündlich weiter nach Söding, nach St. Bartholomä oder auch nach Stallhofen, Attendorf und Lieboch. Jede halbe Stunde kann man in Hitzendorf bequem zwischen allen Linien umsteigen.
Södingberg und Stallhofen bekommen zusätzlich mit der Linie 719 eine stündliche Verbindung zum Bahnhof Söding. Ganz neu ist, dass es bei allen diesen Linien abends bis 22 Uhr und am Wochenende einen Zweistundentakt gibt.
Im Kernraum Voitsberg – Köflach – Bärnbach wird das Angebot ebenfalls komplett umgestaltet: Der neue Städteverkehr der Linie 701 verbindet stündlich Voitsberg und Köflach, die Linie 702 verkehrt alle ein bis zwei Stunden von Voitsberg über Bärnbach und Piber nach Köflach, die Linie 703 fährt alle ein bis zwei Stunden von Voitsberg über das Vorum und den Bahnhof Bärnbach nach Bärnbach und Kainach. Auch Maria Lankowitz und Pichling werden jede Stunde angefahren. Komplettiert wird das Angebot durch die Linien 720, die über Ligist und Lieboch nach Graz fährt und die Linie 721 nach Stallhofen.
Und für Ausflügler gibt es nun samstags und sonntags ein neues Angebot aufs Gaberl – morgens dreimal bergauf und nachmittags dreimal bergab.