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Eine Zukunft ohne Kinderarmut

LAbg. Cornelia Schweiner widmet sich von ganzen Herzen dem Kampf gegen Kinderarmut. Sie erklärt, welche Auswirkungen Kinderarmut auf die Betroffenen hat und mit welchen Maßnahmen wir diesen Kindern ein gutes Leben mit gerechten Chancen ermöglichen können. Denn in der Steiermark der Zukunft ist Kinderarmut inakzeptabel.

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Cornelia-Schweiner

Ich möchte Ihnen die Situation eines Kindes schildern, um das Thema Kinderarmut begreifbar zu machen. Denn das Problem ist kaum sichtbar, jedoch umso stärker für die Betroffenen spürbar.

Stellen Sie sich vor die 12-jährige Mona ist von Kinderarmut betroffen. Sie ist eines von drei Kindern und ihre Mutter ist Alleinerzieherin. Die Schulschiwoche rückt näher und Monas Klassenkameraden freuen sich schon darauf. Es ist das „Nummer-1-Thema“ der Klasse. Leider kann Mona nicht mit, weil dafür kein Budget in der Haushaltskasse ist. Das ist der Schülerin unangenehm und sie versucht es möglichst zu verheimlichen. Deshalb zieht sie sich immer mehr aus der Gruppe zurück. Vor zwei Wochen hatte Mona Geburtstag. Sie erinnert sich ungern daran, denn keiner der eingeladenen Schulkolleginnen und -kollegen kam zu ihr nach Hause. Sie selbst wird auch nicht mehr eingeladen. Darüber ist sie einerseits traurig, andererseits aber auch froh, denn Geschenk könnte sie ohnehin keines mitbringen. Manchmal geht Mona nicht in die Schule, weil sie ihre Aufgabe nicht gemacht hat und sich dafür schämt. Zuhause kann ihr niemand helfen und alleine schafft sie es nicht. Es wird immer schwieriger mit den anderen in der Klasse mitzuhalten.

“Leider kann Mona nicht mit zur Schulskiwoche, weil das Geld fehlt. Deshalb zieht sie sich auch immer mehr aus der Gruppe zurück”

Mona mag vielleicht ein fiktiver Charakter sein. Das Schicksal der von Armut betroffenen Kindern ist jedoch ganz real und tritt leider viel zu häufig auf. Jedes 5. Kind in der Steiermark ist von Armut betroffen, das sind 51 000 Kinder (Personen unter 19 Jahren). Das hat gravierende Folgen: Kinder aus wirtschaftlich benachteiligten Familien haben weniger Chancen, ein höheres Gesundheitsrisiko und oftmals eine geringere Lebenserwartung.

Die Chancen und die Gesundheit eines Kindes, dürfen nicht vom Einkommen der Eltern abhängen! Deshalb stehe ich voll und ganz hinter der Forderung der Volkshilfe: eine österreichweite Kindergrundsicherung*.

Mona und die Grundsicherung

Ich möchte Ihnen nun beschreiben, welche positiven Erfahrungen bereits dank eines Pilotprojekts mit der Kindergrundsicherung gemacht wurden.

Mona durfte letzte Woche zwei Freunde mit nach Hause bringen. Ihre Mama kochte Mona’s Lieblingsessen: Pizza. Das gab es sonst nur einmal im Jahr – an Mona’s Geburtstag. Gestern war sie bei einer Mitschülerin zum Mittagessen eingeladen und durfte dort am Nachmittag für die anstehende Schularbeit lernen. Als ihre Mama sie abholte unterhielt sie sich lange mit der Mutter der Mitschülerin. Sie war danach den ganzen Abend gut gelaunt und meinte, sie werde nun öfter mit den anderen Eltern sprechen. Mona ist sehr glücklich darüber, denn ihre Mama arbeitet viel und ist oft alleine und traurig. Besonders stolz ist Mona aber darauf, dass sie beim nächsten Schulausflug ins Theater dabei sein kann. Sie war noch nie im Theater. Es macht sie glücklich, nicht mehr Außenseiter zu sein. Sie fühlt sich weniger oft krank und geht wieder gerne in die Schule.

Mona’s Geschichte macht klar, dass Kinderarmut nicht allein das Fehlen von Materiellem ist. Viel schlimmer ist das, was daraus resultiert: soziale Ausgrenzung, Scham, Sorgen und Spannungen in den Familien, etc. Für jedes Kind müssen die vier Dimensionen materielle Versorgung, Bildung, Gesundheit und soziale Teilhabe gesichert sein. Das faszinierende für mich ist, zu sehen, dass durch die Unterstützung der Kinder, meistens auch die Eltern aus ihrer Isolation und oft schwierigen Situation herausfinden und wieder ein würdevolles Leben haben. Jedes Kind soll die gleiche Chance auf eine gute Zukunft haben. Dafür renne ich unermüdlich und dafür macht die SPÖ Steiermark, mit LH-Stv. Michael Schickhofer an der Spitze, sich stark. Denn unsere Kinder sind unsere Zukunft.

Das muss sich ändern

Die Kindergrundsicherung ist eine von vielen Maßnahme für wir uns stark machen. Wir setzen uns außerdem ein für:

  • Leistbares, warmes Mittagessen in allen Kinderbildungs- und betreuungseinrichtungen.
  • Bestmögliche Förderung jedes Kindes ab dem ersten Tag in einer „Inklusiven Steiermark“.
  • Eine Steirische Kinderschutzoffensive
  • Spiel- und Freiräume für Kinder und Jugendliche
  • Bildungsfonds für wirtschaftlich benachteiligte Familien zur Unterstützung bei Schulausflügen, Sprachreisen, etc.
  • Ausbau der Kleinkindbetreuung für 0-3-Jährige
  • Flächendeckende ganzjährige, leistbare, flexible und qualitätsvolle Kinderbetreuung der 0-14-Jährigen
  • Jede Gemeinde soll einen Kindergarten haben, der Öffnungszeiten von 7-17 Uhr anbietet
  • Optimierung der Betreuungsqualität in den Kindergärten durch schrittweise Senkung der Gruppenhöchstzahl
  • Sozialstaffel für die Elternbeiträge in allen Einrichtungen
  • Den Ausbau der betrieblichen Kinderbetreuung

 

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