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Weniger Gewalt: So können wir es schaffen

Für die steirische Nationalratswahlkandidatin und Frauenvorsitzende Elisabeth Grossmann ist Gewaltschutz ein Thema, das uns alle betrifft. Sie erzählt in unserem Blog, was wir tun müssen um in Zukunft weniger Gewalt ausgesetzt zu sein.

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Präventionsstellen besser absichern

Wir alle kennen das Prozedere nach Gewalttaten: Es herrscht Betroffenheit und die Taten werden medial verurteilt. Doch viel zu oft ist das Thema einige Tage später wieder aus den Medien verschwunden. Viel zu viele Gewalttaten kommen außerdem nie ans Licht. Dabei müssten wir das Problem längst bei der Wurzel packen, denn nur so können wir in Zukunft mehr Gewaltschutz erreichen. Schätzungen zufolge ist jede fünfte Frau einmal in ihrem Leben von Gewalt in ihrem nahen Umfeld betroffen. Österreich hat zwar ein dichtes Netz an Hilfseinrichtungen und Frauenhäuser, die Schutz geben und an die sich Frauen wenden können aber dazu braucht es viel Information und Vertrauen. Viel zu oft haben Frauen nicht den Mut sich Hilfe zu holen, daher müssen sie wissen, dass sie nicht allein sind.

“Präventions- und Interventionsstellen sind oft der einzige Ort, dem sich Betroffene anvertrauen”

Entgegen anderslautender Darstellung in Politik und Medien ist der häufigste Tatort für Gewalttaten die eigene Wohnung. Für mich ist daher klar: Gewalt an Frauen hat strukturelle Ursachen. Deshalb müssen wir Präventions- und Interventionsstellen finanziell besser absichern. Sie sind oft der einzige Ort, dem sich Betroffene anvertrauen.

Mehr Männerberatung nützt auch den Frauen, denn es geht darum Konflikte gewaltfrei zu lösen und ein partnerschaftliches Zusammenleben zu lernen.

Gewalt beginnt bei Hass im Netz

Gewalt muss nicht immer körperlich sein. Auch Worte können großes Leiden verursachen. Durch moderne Kommunikationsmittel wie zum Beispiel den sozialen Medien ergeben sich neue Problemfelder, die wir gemeinsam bekämpfen und entschärfen müssen. Psychische Gewalt steht auf Facebook und Co. an der Tagesordnung. Beleidigen, Bloßstellen, Diffamieren und virtuelles Verfolgen von Menschen gehören leider zum Alltag im Netz. Auch hier sind vornehm Frauen die Opfer. Zwar wurden in den letzten Jahren die Gesetze dazu sukzessive verschärft, in vielen Fällen gibt es aber in der Praxis immer noch zu wenige Möglichkeiten gegen die Täter vorzugehen. Wir müssen nun endlich handeln und den gesetzlichen Schutz verbessern anstatt inszenierte Show-Gipfel zu diesem Thema abzuhalten.

Gewaltprävention in der Schule

Was man von klein auf mitbekommt vergisst man nicht so schnell. Diese Worte treffen auch beim Thema Gewaltschutz zu. Je früher unsere Kinder und Jugendlichen sensibilisiert werden, umso höher ist die Wahrscheinlichkeit, dass sie sich auch in Zukunft richtig verhalten. Daher trete ich vehement für mehr Gewaltprävention in Schulen ein. Dazu gehören sowohl das Erlernen von Konfliktlösungsstrategien als auch das Abhalten von Anti-Aggressionstrainings. Des weiteren braucht es bereits in einer frühen Phase Empathieschulungen und ein Empowerment von Mädchen und ein frühzeitiges Aufbrechen von Rollenstereotypen. Da unsere Kinder immer früher in den sozialen Netzen unterwegs sind muss das richtige Verhalten auf Facebook und Co. bereits frühzeitig erlernt werden. 

Symbolfoto

Das können wir tun

Die Sensibilisierung bereits in der Schule ist ein erster Schritt, der jedoch nicht der letzte sein darf. Neben der bereits erwähnten Stärkung von Opferschutzeinrichtungen muss auch die Arbeit mit Gewalttätern forciert werden. Es braucht Deeskalationstrainings und Aggressionsbewältigungstherapien, denn nur so können Wiederholungstaten eingedämmt werden. 

Bei Wegweisungen braucht es verpflichtende Begleitmaßnahmen, denn zu oft reicht eine Wegweisung nicht aus, damit sich Betroffene wieder sicher fühlen können. Daher müssen wir eine Kontaktaufnahme und Betreuung von Opfern und Tätern durch geschultes Personal der Frauen- und Männerberatungsstellen erreichen. Eine Wegweisung darf bei Vorliegen von Haftgründen (wie z.B. Tatbegehungs- oder Wiederholungsgefahr) nicht als Ersatz für eine Inhaftierung herangezogen werden. Außerdem braucht es die Wiederaufnahme von sogenannten Fallkonferenzen von Sicherheitsbehörden und Gewaltschutzeinrichtungen, um sich bestmöglich zu koordinieren und präventiv zu wirken. Auch ein besserer Schutz von ZeugInnen bei Sexualdelikten muss diskutiert werden.

Wir Frauen kämpfen weiter

Für mich als Vorsitzende der steirischen SPÖ-Frauen ist klar: Ich werde gemeinsam mit meinen Mitstreiterinnen solange weiterkämpfen bis wir echte und wirkungsvolle Maßnahmen geschaffen haben. 

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