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So sichern wir den sozialen Frieden in der Steiermark

Wir leben nicht, um zu arbeiten, sondern wir arbeiten, um davon gut leben zu können. Dabei ist ein gerechter Lohn und die soziale Absicherung entscheidend. Unser Sozialsprecher im steirischen Landtag, Klaus Zenz, erklärt, wie wir die Arbeitswelt menschlicher machen wollen.

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Klaus Zenz

Arm trotz Arbeit

Arbeit ist ein Grundrecht, faire Bezahlung auch. Die Sorge, trotz harter Bemühungen zu wenig Geld zum Leben und Altwerden in Würde zu haben, belastet viele Menschen. Das darf nicht sein, denn in der Steiermark ist genug für alle da. Wir wollen eine fairere Verteilung des Wohlstandes. Daher ist unsere klare Haltung: Wir wollen gut bezahlte Arbeitsplätze, denn Arbeit ist nicht nur ein wichtiger Faktor im Leben eines Menschen, sondern auch der beste Schutz vor (Alters-)Armut. Jene Menschen, die nicht fit genug sind, um einen Arbeitsplatz zu finden, werden durch Qualifizierung dabei unterstützt. Für jene Menschen, die nicht (mehr) arbeiten können, sind wir gemeinsam da. Ein arbeitsreiches Erwerbsleben muss sich auch entsprechend in den Pensionen abbilden. Das ist uns der soziale Frieden in der Steiermark wert.

“Daher ist unsere klare Haltung: Wir wollen gut bezahlte Arbeitsplätze, denn Arbeit ist nicht nur ein wichtiger Faktor im Leben eines Menschen, sondern auch der beste Schutz vor (Alters-) Armut”

Fast 297.000 Menschen in Österreich haben mit Stand Jänner 2017 kaum genug zum Überleben, obwohl sie arbeiten. Der Begriff dafür lautet „Working Poor“, denn ihr Einkommen, mit dem sie oft auch noch Kinder und Familien versorgen müssen, liegt unter der Armutsgrenze. Besonders betroffen sind dabei alleinerziehende Mütter. Zwei Drittel der fast 400.000 Menschen, die trotz Vollzeitbeschäftigung einen Bruttolohn von weniger als 1500 Euro hatten, sind Frauen. Als Sozialdemokrat und Gewerkschafter machen mich diese Zahlen wütend, denn für mich ist klar: Von seiner Arbeit muss man gut leben können.

Arbeitsverhältnisse werden unsicherer

Befristete Arbeitsverträge haben in Österreich seit 2008 um 16,8 Prozent zugenommen und betreffen mittlerweile rund 209.000 Erwerbstätige. Das verhindert die langfristige Planung und hält Beschäftigte in stetiger Abhängigkeit, da sie um die Verlängerung ihrer Verträge bangen müssen und in ständiger Unsicherheit leben. Es sorgt auch für ein gefährliches Machtungleichgewicht zwischen Arbeitgeberinnen und Arbeitgebern und Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmern. Denn Verträge von Beschäftigten, die sich über ungerechte Arbeitsbedingungen beschweren, werden oft einfach nicht verlängert.

Geringfügigkeit und Leiharbeit

Über eine halbe Million Menschen in Österreich sind von unsicherer, oftmals auch schlecht bezahlter Arbeit betroffen. Die Tendenz steigt hier leider stark. Auch hier sind vor allem jene betroffen, die am Arbeitsmarkt die schwächste Position haben. Vor allem Menschen mit anderer Staatsbürgerschaft, ältere Beschäftigte und junge Arbeitende sind hier besonders betroffen.

Geringfügige Beschäftigung hat seit 2008 um 25,8 Prozent zugenommen, Leiharbeit, um 11,8 Prozent.

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Auch EPUs sind stark betroffen

Auch viele Selbstständige kennen diese Situation. In Österreich gibt es über 300.000 Ein-Personen-Unternehmen. 15 Prozent von ihnen gelten als „Working Poor“ und 12 Prozent sind armutsgefährdet. Dann gibt es noch sehr viele Menschen, die ein freies Gewerbe ausüben, die genaue Anzahl ist jedoch unbekannt, da sie weder Mitglied der Wirtschaftskammer noch der Arbeiterkammer sind und daher weder erfasst noch durch eine gesetzliche Interessenvertretung unterstützt werden. Viele dieser „Gewerbe“, haben mit einer echten selbstständigen, unternehmerischen Tätigkeit allerdings nichts zu tun. Die „Regalbetreuung“ im Supermarkt und „Personenbetreuung“, sind hier gute Beispiele für diese „Scheinselbstständigkeit“.

Kampf gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse

Eine menschliche Arbeitswelt erfordert, dass alle Menschen frei von Zwang einer sinnhaften und sicheren Beschäftigung nachgehen können. Das körperliche, psychische und soziale Wohlbefinden muss im Mittelpunkt stehen. Eine gerechte Arbeitswelt stellt sicher, dass alle Beschäftigten von ihrem Einkommen gut leben können, von mehr Produktivität bzw. Effizienz profitieren und stärkt die Solidarität unter den Beschäftigten. Daher gehen wir gemeinsam mit der Gewerkschaftsbewegung gegen prekäre Beschäftigungsverhältnisse vor und setzen uns für klar geregelte, faire Arbeitsplätze ein.

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