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So schließen wir (endlich) die Lohnschere

Frauen in der Steiermark verdienen durchschnittlich 21% weniger als Männer. Damit liegen wir deutlich über dem EU-Durchschnitt von 16 Prozent – im negativen Sinn. Unsere Landtagsabgeordnete Helga Ahrer erklärt, wie wir die Lohnschere endlich schließen können.

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In diesem Jahr wurde der 15. Oktober zum „Equal Pay Day“ der Steiermark, was bedeutet, dass Frauen ab diesem Tag bis zum Jahresende gratis arbeiten. Im Vorjahr fiel der „Equal Pay Day“ auf den 14. Oktober – wir haben also nur einen Tag gut gemacht. Das ist zu wenig! Wenn wir so weitermachen, schließt sich die Lohnschere erst im Jahr 2050. Es braucht Maßnahmen, die wesentlich zur Lohngerechtigkeit beitragen. Deshalb fordern wir nach isländischem Vorbild das gesetzliche Verbot von Gehaltsunterschieden zwischen Männern und Frauen und Sanktionen bei Nichteinhaltung. Island ist weltweiter Spitzenreiter beim Thema Gleichberechtigung und bereits 2022 werden Gehaltsunterschiede gänzlich der Vergangenheit angehören. 

“Wir fordern das gesetzliche Verbot von Gehaltsunterschieden zwischen Männern und Frauen und Sanktionen bei Nichteinhaltung”

Ein Grund für die großen Lohnunterschiede heißt „Geschlechtersegregation am Arbeitsmarkt“. Frauen und Männer arbeiten meist in unterschiedlichen Branchen und Berufen – Männer tendenziell in solchen, die höhere Löhne bezahlen. Auch hier sehe ich deutlich Verbesserungsbedarf. Sogar Länder die als Vorbilder für die Chancengleichheit gelten, haben damit noch zu kämpfen. Wir wollen die Unterbezahlung in einzelnen Branchen bekämpfen. Denn speziell in Berufen, in denen viele Frauen arbeiten, wie etwa dem Handel, sind die Lohnniveaus besonders niedrig. Deshalb setzen wir uns für Pilotprojekte ein, um gemeinsam mit Arbeitgeber- sowie ArbeitnehmervertreterInnen neue Kriterien für die Entlohnung auszuarbeiten. Viele Tätigkeiten gehen mit hohen Anforderungen und Verantwortung einher und werden derzeit deutlich schlechter bezahlt. Das muss sich ändern!

Bezahlte und unbezahlte Arbeit

Frauen leisten den Großteil der unbezahlten Arbeit, nämlich zwei Drittel. Dazu gehört die Kindererziehung, die Haushaltsarbeit und die Pflege von Angehörigen. Eine Erwerbstätigkeit wird oft nur in Teilzeit oder gar geringfügig ausgeübt. Der Partner geht währenddessen in Vollzeit arbeiten. Das Argument „Er verdient mehr, deshalb bleibe ich zu Hause“ möchten wir, wie bereits erklärt, durch ein Gesetzt gegen Lohnunterschiede und Maßnahmen gegen die Unterbezahlung von „Frauenberufen“, entkräften. Zur Steiermark der Zukunft gehört jedoch auch eine zeitgemäße Aufteilung der bezahlten und unbezahlten Arbeit. Unser Modell 30:30 sieht vor, dass beide Elternteile je 30 Stunden im Job arbeiten und sich die Arbeit zu Hause teilen. Darunter darf die finanzielle Situation der Familie nicht leiden. So tragen wir zur Gleichstellung zwischen Frau und Mann bei und erreichen gleichzeitig eine bessere Vereinbarkeit zwischen Beruf und Familie.

Pension und Altersarmut

Während Frauen unbezahlte Arbeit verrichten und deshalb nur in Teilzeit arbeiten, gehen ihnen wichtige Arbeitsjahre verloren. Denn leider gilt noch immer: Wer mehr arbeitet, bekommt in der Pension mehr ausbezahlt. In der Pension erhalten Frauen um die Hälfe weniger als Männer und sind deshalb viel stärker von Altersarmut betroffen. Deshalb setzen wir uns für eine Pensionserhöhung durch die bessere Anrechnung der Kindererziehungszeiten ein und fordern eine 50 Euro Extra-Pension pro Monat für Frauen und Männer mit Kindererziehungszeiten. Profitieren würden von dieser Maßnahme rund 750.000 Pensionistinnen. Bei Menschen, die schon jetzt in Pension sind, soll diese Extra-Pension pauschal auf die normale Pension aufgeschlagen werden. Zukünftige PensionistInnen sollen von der Extra-Pension über eine erhöhte Berücksichtigung der Kindererziehungszeiten profitieren.

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Weiterrennen für Gleichberechtigung

Seit Jahren rennen wir für das Thema Gleichberechtigung und konnten viele Pläne erfolgreich umsetzen. So werden beispielsweise seit August 2019 Karenzzeiten voll angerechnet. Das wirkt sich auf höhere Löhne, faires Aufrücken im Gehaltsschema, Entgeltfortzahlung bei Krankheit, die sechste Urlaubswoche, die Kündigungsfristen und auf die Höhe der Pension aus. Leider haben wir auch Rückschläge erlebt. Zum Beispiel als seitens der ÖVP und FPÖ das Geld für arbeitssuchenden Frauen gestrichen wurde. Wir fordern eine gerechte Verteilung zurück – die Hälfte der AMS-Mittel soll wieder für Frauen verwendet werden. Wir lassen keinen Rückschritt mehr zu und rennen weiter für:

  • das gesetzliche Verbot von Gehaltsunterschieden
  • verpflichtende Einkommensberichte für Unternehmen ab 20 MitarbeiterInnen
  • gerechte Verteilung von bezahlter und unbezahlter Arbeit durch das 30:30 Modell
  • Rechtsanspruch auf einen Wechsel von Teilzeit auf Vollzeit und umgekehrt
  • Mindestlohn von 1.700 Euro steuerfrei
  • mehr Selbstbestimmtheit für Frauen dank dem Ausbau der Kinderbetreuung (ganzjährig, ganztags, in jeder Gemeinde, für 0 – 14-Jährige, leistbar und qualitativ hochwertig)
  • mehr Frauen in Führungspositionen durch eine 50% Chefinnen-Quote
  • einer offensiven Sichtbarmachung von Frauen in der Kulturszene
  • innerbetriebliche Frauenförderungsprogramme als Voraussetzung für Subventionen und öffentliche Aufträge
  • Qualifizierungsoffensive für arbeitende Frauen an der Armutsschwelle
  • die Stärkung der „Steirischen Aktion 20.000“ für arbeitssuchende Menschen über 50 Jahre

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