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Lehre – Ausbildung mit Zukunft

Kein Kind ohne Schulabschluss, keine Jugendliche/ kein Jugendlicher ohne Lehr- oder Ausbildungsplatz. Das ist unser Ziel für die Steiermark. Unsere Bildungslandesrätin, Ursula Lackner, erklärt, wie wir das schaffen können.

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LR Ursula Lackner, Eröffnung Kindergarten Süd in Kalsdorf

Gewohnte Tätigkeiten ändern sich radikal

Unser Bildungssystem und hier insbesondere die duale Ausbildung stehen vor großen Herausforderungen.  Der Begriff „Industrie 4.0“ steht für technischen Fortschritt und die damit verbundenen Veränderungen – den Wandel der Arbeitswelt und damit verbunden den Wandel der Gesellschaft. Wir sind in der Arbeitswelt mit rasanten und umfassenden Veränderungen in den Produktions-, Vertriebs-, und Kommunikationsprozessen konfrontiert, die sich in nahezu allen Berufsfeldern niederschlagen. Für die Ausbildung der entsprechenden Fachkräfte bedeutet das: nicht abwarten, bis man von Entwicklungen überrollt wird, sondern sich rechtzeitig mit dem Einfluss technischer Innovationen und moderner Technologien auf die jeweiligen Berufe auseinandersetzen.

“Wir sind in der Arbeitswelt mit rasanten und umfassenden Veränderungen konfrontiert, die sich in nahezu allen Berufsfeldern niederschlagen”

Da geht es beispielsweise um immer komplexere technische Systeme, die von ArbeitnehmerInnen entwickelt, gebaut aber auch im Betrieb überwacht und kontrolliert werden müssen. Das bedeutet, dass sich gewohnte Tätigkeiten eines Berufes radikal verändern und neue Berufe entstanden sind und weiter entstehen werden. Es bedeutet auch, dass sich die Anforderungen an junge Menschen, die eine Berufsausbildung anstreben, verändern und erhöhen.

Das duale Ausbildungssystem ist gefordert

Die duale Berufsausbildung ist hier besonders stark gefordert. Schulen und Ausbildungsbetriebe müssen die notwendigen Schritte gemeinsam gehen, wenn man weiterhin so erfolgreich sein will, wie das in der Vergangenheit der Fall war. Bildungssystem, Politik und Sozialpartner sind auch im Rahmen der Bildungs- und Berufsorientierung gefordert, noch besser als bisher dafür zu sorgen, dass junge Menschen bei ihrer Entscheidung für einen Ausbildungsweg gut begleitet und unterstützt werden.

Grundlegende Änderungen in der Kommunikation

Aber es geht in der neuen Arbeitswelt auch um grundlegende Veränderungen in der Kommunikation am Arbeitsplatz und ihre Folgen. Schon jetzt spüren wir die Auswirkungen der massiven Beschleunigung, die sich durch die neuen Informations- und Kommunikationstechnologien ergeben, sehr stark. Auf die positiven wie auch auf die negativen Folgen dieser Entwicklung werden wir die jungen Menschen vorbereiten müssen.

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Problem Fachkräftemangel

Dem Wandel der Arbeitswelt, der sich durch die gesellschaftlichen, wirtschaftlichen und technologischen Veränderungen ergibt, steht die über viele Jahre negative Entwicklung der Lehrlingszahlen gegenüber. Der starke Rückgang im letzten Jahrzehnt konnte dank gemeinsamer Anstrengungen aller beteiligten PartnerInnen in der Steiermark mittlerweile gestoppt werden, und wir können seit dem Vorjahr wieder Zuwächse bei den LehranfängerInnen verzeichnen. Aber der Mangel an gut ausgebildeten FacharbeiterInnen ist nach wie vor eine große Herausforderung und für den Wirtschaftsstandort Steiermark von besonderer Bedeutung. Es wird also die Frage sein, wie wir Lehre attraktiv halten können bzw. wieder attraktiver machen können. Image-Kampagnen alleine sind sicher nicht ausreichend.

Lehre muss gestärkt werden

Es muss stärker in den Fokus der bildungspolitischen Diskussion gerückt werden, dass Lehre keine „Bildungs-Sackgasse“, sondern eine hochwertige Ausbildungsform darstellt. FacharbeiterInnen sind nicht nur das Rückgrat unserer Wirtschaft, sie sind aufgrund der hohen Qualität unseres dualen Ausbildungssystems auch weit über die Grenzen Österreichs hinaus gefragt und haben daher sowohl im Inland als auch im Ausland hervorragende Chancen. Sowohl während als auch nach der Lehre bieten sich viele Karriere- und Entwicklungsmöglichkeiten. Jugendliche sollen daher noch stärker als bisher die Möglichkeit haben, bereits während der Ausbildungszeit auch im Ausland Erfahrungen zu sammeln und Sprachkurse zu absolvieren.

Durchlässigkeit im Bildungssystem erhöhen

Darüber hinaus muss die Durchlässigkeit des Bildungssystems noch weiter erhöht werden, um das vorhandene Potential besser auszuschöpfen. Das seit einem Jahrzehnt bestehende Förderprogramm „Lehre mit Matura“ ist in dieser Hinsicht ein wesentlicher Baustein und soll weiter ausgebaut werden. Gleichzeitig ist es notwendig, attraktive Modelle für jene Jugendlichen zu entwickeln, die von einer weiterführenden schulischen Ausbildung in die duale Ausbildung wechseln wollen. Eine wechselseitig verbesserte Anrechnung von Schul- und Lehrzeiten muss deshalb forciert werden.

 

Investitionen in Infrastruktur

Was auf jeden Fall notwendig ist, sind gute Lehrplätze und ein zeitgemäßer Unterricht. Dafür braucht es neben kompetenten und motivierte Lehrkräften vor allem eine moderne Infrastruktur und eine professionelle Ausstattung an unseren Landesberufsschulen. Das Land Steiermark als Schulerhalter der 16 Landesberufsschulen investiert jährlich Millionen in die Instandhaltung und Modernisierung der Berufsschulen und der angeschlossenen Internate. Um jedoch eine bestmögliche Unterrichtsinfrastruktur und Unterbringung der Jugendlichen sicher zu stellen, müssen zusätzliche Mittel für Investitionen in die Berufsschulen und Lehrlingshäuser zur Verfügung gestellt werden.

Wir lassen niemanden zurück

Schließlich ergeben sich abseits der finanziellen und strukturellen Fragen für die duale Berufsausbildung große Herausforderungen durch die steigende Anzahl an Jugendlichen, denen nach Abschluss der Schulpflicht die Basisqualifikation für den angestrebten Lehrberuf fehlt. Teils sind wir auch mit Jugendlichen konfrontiert, die den Pflichtschulabschluss nicht geschafft haben oder über Flucht und Migration in unser Land kommen und keine Andockpunkte an unser Ausbildungssystem und unsere Arbeitswelt finden. Soziale und psychische Probleme unter den Jugendlichen oder das Fehlen der notwendigen Unterstützung durch das Elternhaus verschärfen die Problematik oft zusätzlich. Da gleichzeitig in vielen Berufen die Anforderungen stetig zunehmen, geht die Schere immer weiter auf. Wir werden unsere Bemühungen, die betroffenen Jugendlichen nicht zurückzulassen und das Bildungssystem in dieser Aufgabe zu unterstützen, daher in den kommenden Jahren verstärken müssen. Denn es gilt: Jede Investition in unsere Kinder und Jugendlichen ist eine Investition in die Zukunft unseres Landes.

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