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Klimaschutz: Unsere wichtigsten Forderungen

Unser steirischer Spitzenkandidat für die Nationalratswahl, Jörg Leichtfried, erklärt, wie wir gemeinsam den Weg aus der Klimakrise schaffen können.

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Wir befinden uns mitten in der Klimakrise

Der weltweite Ausstoß an CO2 hat sich in den letzten 30 Jahren verdoppelt und beträgt rund 35 Milliarden Tonnen jährlich. Der Grund dafür ist unser profitorientiertes Wirtschaftssystem, das darauf beruht, mehr Ressourcen zu verbrauchen, als uns zur Verfügung stehen. Die Folgen sind dramatisch: Naturkatastrophen nehmen in Anzahl, Ausmaß und Auswirkungen zu. Die daraus entstehenden Kosten betragen mehrere hundert Milliarden Euro. Auch in Österreich sterben mittlerweile mehr Menschen an Hitze als bei Verkehrsunfällen. Für mich ist daher klar: Wir müssen auch in Österreichs handeln – und zwar sofort.

“Wenn wir unseren Planeten für unsere Kinder und Enkelkinder bewahren wollen, brauchen wir einen Systemwechsel, den wir nur gemeinsam schaffen können”

Ich sage: Es ist sinnlos, mit dem erhobenen Zeigefinger auf Menschen zu zeigen und die Verantwortung auf Einzelne abzuwälzen. Wenn wir unseren Planeten für unsere Kinder und Enkelkinder bewahren wollen, brauchen wir einen Systemwechsel, den wir nur gemeinsam schaffen können. Wir haben deshalb einen umfangreichen Maßnahmenkatalog erarbeitet. Hier einige der wichtigsten Forderungen.

Klimaschutz statt Strafzahlungen

Klimaschutzmaßnahmen kosten Geld. Doch allein die Strafzahlungen, wenn Österreich die Pariser Klimaziele verfehlt, kosten Österreich bis 2030 laut Berechnungen des Umweltministeriums 6,6 Milliarden Euro. Ich bin der Meinung, es ist sinnvoller, heute in den Klimaschutz zu investieren als später Strafen in Milliardenhöhe zu zahlen! Deshalb wollen wir einen Klimaschutzfonds schaffen, um alle Maßnahmen zu finanzieren.

Elektrifizierung von Bahnstrecken

Auf vielen Strecken sind noch Diesel-Loks unterwegs (der Elektrifizierungsgrad beträgt derzeit rund 73 Prozent). Wir wollen ein Sonderinvestitionsprogramm für die Elektrifizierung von Bahnstrecken von rund 200 Mio. Euro jährlich für die nächsten 6 Jahre. Dadurch ließen sich hunderttausende Tonnen CO2 einsparen, gleichzeitig würden Arbeitsplätze geschaffen.

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Nahverkehrspakt für Gemeinden

Oft scheitert der Umstieg vom Auto auf die Bahn daran, dass es keine vernünftige Verbindung vom Haus bzw. der Wohnung zur Bahnstation gibt. Wir wollen 100 Millionen Euro jährlich in ein Nahverkehrspaket für Gemeinden investieren, um Sammeltaxis, Shuttle-Services oder E-Fahrräder an den Bahnhöfen zu ermöglichen.

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In Vorarlberg und Wien fährt man um einen Euro täglich mit den Öffis. Das soll es für ganz Österreich im Zug- und Nahverkehr geben: Um 3 Euro täglich durch ganz Österreich, um 2 Euro am Tag durch 3 Bundesländer und um 1 Euro am Tag im Bundesland öffentlich unterwegs.

PendlerInnenpauschale mit Klimabonus

In Zukunft sollen PendlerInnen, die mit Öffis in die Arbeit fahren, einen Klimabonus erhalten (Aufstockung von kleiner auf große Pauschale). Die Pendlerpauschale soll zudem gerechter gestaltet werden und sich nach der Wegstrecke und nicht länger nach dem Einkommen richten.

Förderung für Unternehmen mit Klimainnovationen

Die Kooperation von öffentlicher Hand und Unternehmen hat sich in Österreich bewährt. Die Forschungsprämie etwa macht Österreich als Forschungsland attraktiv. Das wollen wir ausbauen. Unternehmen, die klimarelevante Forschung betreiben, sollen in Zukunft höhere Förderungen erhalten.

100 Prozent erneuerbarer Strom

Wir wollen, dass bis 2030 der gesamte Strom aus erneuerbaren Energien stammt. Dazu müssen wir die Ökostromförderung umgestalten. Für uns stehen rohstoffunabhängige Erzeugungswege wie Wind, Wasser und Sonne im Vordergrund.

Klimafreundliche Gesetze

Bei allen künftigen Gesetzen müssen die Folgen fürs Klima ausgewiesen werden. Bedeutet ein Gesetz mehr Emissionen, muss eine Regierung ausgleichende Gegenmaßnahmen setzen.

Schaffung eines Klimaclusters

Wir wollen durch gezielte Forschung Innovationen vorantreiben. Mit einem Forschungscluster und einem neueingerichteten Zentrum für Klimaforschung.

Einsatz auf EU-Ebene für CO2-Steuer und Kerosinbesteuerung

Wir wollen eine EU-weite CO2-Steuer. Sie soll den Emissionshandel ersetzen und die Industrie in die Pflicht nehmen. Pro Tonne ausgestoßenem CO2 müssen Konzerne zumindest 30 Euro zahlen. Für den Import von Industrieprodukten, die viel CO2 verursacht haben, sollen Importzölle fällig werden. Es ist unabdingbar, die CO2-Steuer auf europäischer Ebene einzuführen, eine CO2-Steuer nur in Österreich wäre wenig wirkungsvoll. Auch eine Kerosinbesteuerung für den Flugverkehr auf europäischer Ebene ist dringend notwendig.

100 Millionen Euro aus Österreich für den Green Climate Fund

Im Pariser Klimavertrag haben sich die wohlhabenden Staaten darauf geeinigt, Klimaschutzmaßnahmen in den wirtschaftlich schlechter gestellten Ländern der Erde zu finanzieren, um so auch potentiellen Fluchtbewegungen vorzubeugen, die eine Klimakatastrophe auslösen würde. Auch Österreich hat sich dazu bekannt, offen ist aber, ob auch ein angemessener Beitrag geleistet wird. Wir wollen, dass Österreich einen solidarischen Beitrag von 100 Millionen Euro leistet.

Flächendeckende LKW-Maut

Die Schweiz hat sie seit 2001 und dort zeigt sich ein Trend zur Vermeidung von Leerfahrten und zur Optimierung von Logistikprozessen. Positive Umwelteffekte konnten erzielt werden. Die Maut ist zudem ein Anreiz zur Verlagerung des Gütertransports von der Straße auf die Schiene. Die Maut-Einnahmen könnten dem Klimaschutzfonds zugutekommen und damit etwa thermische Sanierungen an öffentlichen Gebäuden finanziert werden.

Gebäude umweltfit machen

Wir wollen eine thermische Sanierungsoffensive für öffentliche Gebäude. Alle Bundesgebäude mit schlechter Energiebilanz sollen bis 2025 thermisch saniert werden. Bei privaten Gebäuden wollen wir ab 2020 eine schrittweise Reduktion von Ölheizungen. Durch einen Ausbau des Fördersystems sollen alle Ölheizungen in einem 10-Jahres-Plan durch moderne Heizsysteme ersetzt werden.

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