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Keine Angst vor dem Alter – So können wir Deine Pflege sichern

Udo Hebesberger, Kandidat bei der bevorstehenden Nationalratswahl im Wahlkreis Graz und Umgebung über Herausforderungen und Lösungen im Pflegebereich.

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© En Garde

Hast Du auch Angst vor dem Alter? Ich nicht, aber davor meinen Alltag nicht mehr selbstständig bewältigen zu können, schon. Noch schlimmer ist allerdings die Befürchtung in diesem Fall die notwendige Unterstützung in dieser Zeit nicht zu erhalten, oder nicht bezahlen zu können. Wir müssen etwas tun und endlich sicherstellen, dass Pflege in Österreich bezahlbar wird. Meine Idee: Wir brauchen eine Vermögenssteuer!

Wenn Pflegebedürftigkeit Leben zerstört

Ich habe es selbst im eigenen Umfeld erlebt: Eine Krankheit, ein Schicksalsschlag und plötzlich verändert sich das Leben für immer. In erster Linie für die betroffene Person, aber auch für die Angehörigen. Was man in diesem Fall braucht sind gute Pflegeangebote, mit motivierten und qualifizierten Personal, die auch finanzierbar sein müssen. Wir hatten damals Glück und konnten nach langer Suche einen passenden Platz finden. Ich kenne aber auch Menschen, die hat es deutlich schlimmer getroffen: Angehörige, die einen Familienmitglied pflegten,  mussten ihren Beruf aufgeben, in weiterer Folge ihr Eigenheim verkaufen und ihre Probleme wurden immer größer. Für mich ist deshalb mein wichtigstes Anliegen: Im Bedarfsfall gute Pflege in Anspruch zu nehmen, darf kein Privileg der Reichen sein, sondern muss für alle Menschen möglich sein.   

Pflege ist teuer - wie also finanzieren?

Derzeit sind in Österreich 450.000 Menschen pflegebedürftig. Hauptberuflich in der Pflege tätig sind 66.000 Personen und  knapp 1.000.000 Menschen sind in die Pflege von Angehörigen involviert.  

Es ist höchste Zeit, die Weichen richtig zu stellen, um die Pflege auch langfristig finanzieren zu können. 

In Zukunft wird diese Zahl noch deutlich steigen. In den nächsten dreißig Jahren wird es 40.000 zusätzliche Pflegekräfte brauchen um die bis zu 750.000 Pflegebedürftigen zu betreuen. Die Kosten von Bund und Ländern werden von derzeit fünf Milliarden Euro auf neun Milliarden Euro steigen. Es stimmt also: Die Kosten für die Pflege werden dramatisch nach oben gehen, vor allem dann, wenn man das Richtige tut und sich auch für bessere Arbeitsbedingungen der Pflegenden einsetzt um eine qualitativ hochwertige Pflege zu gewährleisten. Es ist daher höchste Zeit, die Weichen richtig zu stellen, um die Pflege auch langfristig finanzieren zu können. 

Pflege

Pflichtversicherung ist der falsche Zugang!

Ein Zeichen, dass im politischen Spektrum auch alle erkannt haben. Die unterschiedlichen Zugänge, zeigen aber wieder einmal klar auf, wer welche Interessen vertritt. Mit einer Pflichtversicherung würden Normalverdiener zur Kasse gebeten werden und Großverdiener dank der Höchstbemessungsgrundlage verschont bleiben. Man würde also wieder jene schröpfen, die im Bedarfsfall dann erst Recht wieder auf Sozialhilfe bzw. Mindestsicherung angewiesen sind, während jene, die es sich ohnehin leisten und richten können von zusätzlichen Beiträgen befreit sind. Ein solches Vorgehen, finde ich höchst unanständig. Das sind diese Ungerechtigkeiten, die mich aufregen und deren Beseitigung sind die Motivation dafür, dass ich mich politisch engagiere. Es ist daher unumgänglich, dass wir die Vermögenden dazu verpflichten ihren Beitrag für eine gut versorgte Bevölkerung zu leisten. 

Die Lösung: Vermögenssteuer zur Finanzierung der Pflege einführen!

Schließlich weisen die EU-Kommission und der Internationale Währungsfonds in jedem Bericht darauf hin, dass Österreich bei den Vermögenssteuern deutlich unter dem EU-Durchschnitt liegt. Diese beiden Institutionen haben nicht gerade den Ruf linke Propaganda zu betreiben. Dennoch würden sie einen solchen Schritt begrüßen Dies hat auch den Grund, dass mehrere Studien belegen, dass eine Anhebung von vermögensbezogenen Steuern nicht nur gerecht, sondern auch wachstumsfördernd wäre. Mit einer Erbschafts- und Schenkungssteuer, Anhebung von Grundsteuern und einer Steuer auf Vermögen jenseits von 1 Million Euro, könnte der Staat jährlich bis zu 6 Milliarden Euro lukrieren. Damit wäre die prognostizierte Kostensteigerung in den nächsten 30 Jahren gedeckt und man hätte eine weitere Milliarde um in die Qualität der Pflege, also die Arbeitsbedingungen für Pflegerinnen und Pfleger zu investieren. 

Hoffnung statt Angst!

Es ist also möglich mit vermögensbezogenen Steuern die Pflege langfristig zu finanzieren, ohne den Mittelstand noch mehr zu schröpfen. Wer dies nicht will, sorgt sich mehr um die Interessen der Millionäre, als dem Interesse von Millionen. Denn Pflege kann jeden von uns treffen – direkt, oder als Angehöriger. Es wird Zeit, dass sich die Menschen nicht mehr fürchten müssen, sondern eine kostenfreie Pflege sichergestellt wird. Dann braucht man vor dem Alter keine Angst mehr haben, sondern hat Sicherheit. Sicherheit, die dazu führt, dass man sich wieder mehr mit der Hoffnung eines genussvollen und glücklichen Lebensabend auseinandersetzt. Es ist mein erklärtes Ziel in der Politik, dass ich den Menschen die Angst nehmen und dafür Hoffnung und Zuversicht geben will. Denn positive Gedanken stärken nicht nur das Wohlbefinden, sondern halten uns auch gesund. Das ist schließlich der Wunsch von uns allen!    

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