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Kasse statt Klasse: Was wir gegen die Zwei-Klassen-Medizin unternehmen

Unsere Landtagswahl-Spitzenkandidatin in der Region Obersteiermark-West Gabriele Kolar erklärt, wie wir das Problem der Zwei-Klassen-Medizin lösen, indem wir beim Ärztemangel und dem Terminvergabesystem ansetzen.

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Primärversorgung sichern

Monatelanges Warten auf einen Arzttermin ist für Kassenpatientinnen und Kassenpatienten leider Realität. Wer sich einen Termin bei der Wahlärztin oder beim Wahlarzt leisten kann, kommt schneller zum Zug. Wenn die Nachfrage nach privaten Leistungen steigt, verlagert sich auch das Angebot in den privaten Bereich. Die Folge ist eine Zwei-Klassen-Medizin. Immer weniger Ärztinnen und Ärzte wollen Kassenverträge abschließen. Dazu kommt ein genereller Mangel und viele anstehende Pensionierungen. Wir sagen: dieser Trend muss umgekehrt werden.  

“In manchen Gemeinden gibt es gar keinen Hausarzt mehr. Hier müssen wir zuerst ansetzen und es Ärztinnen und Ärzten attraktiver und einfacher machen, sich niederzulassen”

Besonders spürbar ist der Mangel an Ärztinnen und Ärzten in der Allgemeinmedizin. Auch sind einige Regionen in der Steiermark stärker betroffen als andere. In manchen Gemeinden gibt es gar keinen Hausarzt mehr. Ich halte es für wichtig, dass wir hier zuerst ansetzen und es Ärztinnen und Ärzten attraktiver und einfacher machen, sich niederzulassen. Das erreichen wir beispielsweise durch die Bereitstellung von Ordinationsräumlichkeiten, einfachere Ablösen und Förderungen für die Ordinationsgründung. 

Als eine weitere wichtige Maßnahme sollen die Primärversorgungseinheiten (PVE) ausgebaut werden. PVEs sorgen dafür, dass jeder Steirerin und jedem Steirer eine erste Anlaufstelle wohnortnah zur Verfügung steht. Hier arbeiten Ärztinnen und Ärzte und Fachpersonal Hand in Hand um bessere Öffnungszeiten zu garantieren, sowie ein umfassendes Leistungsangebot. Auch Gesundheitszentren wie es sie bereits in Mariazell, Mureck, Eisenerz und Vorau gibt, tragen bei, die hohe Nachfrage abzufangen.

Abwanderung von Ärztinnen und Ärzten stoppen

Auch andere Länder merken den Mangel an Ärztinnen und Ärzten und locken mit finanziellen Anreizen. Das führte dazu, dass viele in Österreich ausgebildete Ärztinnen und Ärzte ins Ausland abwandern. Ich halte es für wichtig gegenzusteuern, indem wir Ärztinnen durch Anreize an Österreich binden. Hier können wir bereits beim Medizinstudium bzw. bei der Ausbildung ansetzen: Wer sich dazu verpflichtet, nach dem Abschluss für eine gewisse Zeit in Österreich zu arbeiten, bekommt erleichterte Aufnahmebedingungen und verbesserte Stipendienkonditionen. Zum Beispiel: Einem angehenden Medizinstudent wird die Aufnahme zum Studium erleichtert, wenn er sich verpflichtet, danach eine Kassenvertragsstelle anzunehmen. Im morgigen Ausschuss werden wir dazu auch einen Antrag einbringen, der hoffentlich den Weg in den Landtag finden wird.  

Alle Gesundheitsberufe fördern

Nicht nur Ärztinnen und Ärzte werden weniger, sondern auch in anderen Gesundheitsberufen merken wir einen starken Rückgang. Hier sollen bessere Bedingungen für Zuwachs sorgen: ausreichend Personal, bessere Bezahlung und Arbeitszeitmodelle, höherer KV-Löhne, Bonus für anspruchsvolle Arbeitszeiten, Aufnahme in das Register für Gesundheitsberufe, einheitliche Personalberechnung für Gesundheitswesen und Langzeitpflege, etc.

Auch hier können wir bereits in der Ausbildung ansetzen, indem wir mehr Ausbildungsplätze an Schulen und FHs schaffen und berufsbildenden höheren Schulen für Gesundheits- und Sozialberufe den Weg ebnen. Bei Stipendien sehe ich Potential um Anreize zu schaffen, wie etwa das Hinaufsetzen des Alters für Berechtigte des Selbsterhalterstipendiums. Außerdem müssen mehr Therapieplätze, wie beispielsweise in Ergo-, Physio- und Psychotherapie geschaffen werden.

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Termingarantie einführen

Zusätzlich zum Angebot müssen wir uns auch um die Terminvergabe kümmern, die leider sehr undurchsichtig ist. Wer den Arzt direkt bezahlt, wird bevorzugt. Wer in die Krankasse einzahlt, muss warten. Das möchten wir so nicht hinnehmen und haben daher ein Modell entwickelt, das maximale Wartezeiten für einen Termin vorgibt und an das sich Ärzte halten müssen. Beispiel: Im Akutfall und mit einer Überweisung muss der Facharzttermin noch am selben Tag ermöglicht werden. Geplante Termine müssen innerhalb von 14 Tagen stattfinden. Auf einen geplanten Eingriff in einer Krankenanstalt darf nicht länger als 90 Tage gewartet werden.

Erleichtert wird dieses Vorhaben durch das Gesundheitstelefon, das aus ganz Österreich rund um die Uhr erreichbar ist. Ob Zahnschmerzen, Magenkrämpfe oder Rückenbeschwerden, die Nummer 1450 (ohne Vorwahl aus allen Netzen) ist seit November 2019 aus ganz Österreich rund um die Uhr erreichbar. Das Gesundheitstelefon berät einerseits zur Art und Dringlichkeit des Problems, fungiert aber gleichzeitig auch als Terminvermittlungsagentur. Patientinnen und Patienten werden so nicht mehr im Kreis geschickt und landen direkt bei jener Versorgungsebene, die für sie die beste und geeignetste ist.

Für uns ist klar: Gesundheit darf nicht von der Größe der Geldbörse abhängen. Jede und Jeder sollte in Sachen Gesundheit gleich gut und schnell behandelt werden. 

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