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Junges Wohnen leistbar machen

Felix Schmid ist Jungkandidat für die kommende Landtagswahl und Aktivist beim Klimaschutzvolksbegehren. In unserem Blog schreibt er über die Wichtigkeit leistbaren Wohnens für junge Menschen.

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© Unsplash

Unterschätzt wie teuer Wohnen ist

Zum Studieren bin ich vor ein paar Jahren aus der Obersteiermark nach Graz gezogen. Ich kann mich noch gut erinnern, wie sehr ich mich darauf gefreut habe von daheim auszuziehen und dann auch noch gleich in eine fremde Stadt. Fortgehen so lange ich wollte, einladen wen ich wollte, selbst den Haushalt schmeißen und mich das erste Mal wirklich erwachsen fühlen. Eine total aufregende und auch sehr schöne Zeit.

“Eine Bleibe zu finden, die den Ansprüchen einigermaßen entspricht und dann auch noch leistbar ist, war aber keine leichte Angelegenheit”

Eine Bleibe zu finden, die den Ansprüchen einigermaßen entspricht und dann auch noch leistbar ist, war aber keine leichte Angelegenheit. Ich habe unterschätzt, wie teuer das Wohnen in Graz ist. Maklergebühren, Mietkaution, Betriebskosten, Versicherung und natürlich die Miete selbst waren plötzlich zu bezahlen. Die Möbel die ich brauchte – ich hatte vorher ja keine – habe ich mir bei der Familie und Freunden so gut es ging zusammengesucht. Ein paar Dinge musste ich trotzdem kaufen. Alles in allem hat der Einzug eine Menge Geld gekostet, viel mehr als ich ausgeben wollte.

Wohnen ist zu teuer geworden

So wie mir geht es vielen jungen Menschen, wenn sie in die erste Wohnung, ins erste WG-Zimmer oder ins Studierendenwohnheim ziehen. Um 24 Prozent sind die Mieten in der Steiermark in den letzten 10 Jahren gestiegen, in Graz noch deutlich stärker. Viele junge Menschen müssen 40- oder gar 50 Prozent des Einkommens für das Wohnen aufbringen.

Spekulanten freuen sich

Die großen Immobilienfirmen und Investoren freuen sich über diese Entwicklungen. Mit Wohnraum lässt sich vortrefflich Geld verdienen. Viele Spekulanten entscheiden sich erst gar nicht mehr die gekauften Wohnungen auch zu vermieten. Mit bewussten Leerständen wird der Preis weiter in die Höhe getrieben.

Der Wohnungsmarkt zeigt ganz deutlich, dass die neoliberale Marktwirtschaft sehr gut darin ist Profite für einige Wenige zu schaffen. Ausreichend guten und leistbaren Wohnraum für die Vielen, schafft der Markt alleine aber nicht. Den Praxisbeweis erleben wir gerade.

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Wien als Vorbild

Deswegen braucht es eine Politik, die sich selbst darum kümmert diesen Wohnraum zur Verfügung zu stellen. Die sozialdemokratisch regierte Stadt Wien zeigt eindrucksvoll, schon seit 100 Jahren wie dies gelingen kann.

Keine andere Millionenstadt der Welt, hat ein derartiges Angebot an günstigem und vor allem auch qualitativen Wohnraum. Heute wohnen 60 Prozent der Wiener und Wienerinnen in geförderten Wohnungen. Dort sind die Mieten begrenzt und die Verträge unbefristet. Das dämpft auch die Mietpreise am freien Markt.

Massiv in den gemeinnützigen Wohnbau investieren

In der Steiermark müssen wir es dem „roten Wien“ gleichtun und massiv in den Gemeindewohnbau und den sozialen, gemeinnützigen Wohnbau investieren. Wir brauchen in der Steiermark in diesen Bereichen 10.000 neue leistbare Wohnungen in den kommenden fünf Jahren.

Es müssen endlich auch genug leistbare Studierendenwohnheime und WG-taugliche Wohnungen geschaffen werden. Deshalb sollen auch diese in den gemeinnützigen Wohnbau integriert werden.

Weg mit der Maklerprovision für Mieterinnen und Mieter

In der letzten Legislaturperiode hat die SPÖ in der Steiermark bereits einen Kautionsfonds um 1,5 Mio. € eingeführt damit auch Menschen mit geringem Einkommen und ohne Erspartes die Möglichkeit haben eine Wohnung zu beziehen. Der Kautionsfonds muss weiter ausgebaut werden und damit besonders auch jungen Menschen dabei helfen die „Kautionshürde“ zu bewältigen.

Bis zu zwei Monatsmieten verlangen MaklerInnen von den  Mietern, der Betrag wird bei jedem Umzug von Neuem fällig. Das macht die Wohnkosten umgerechnet auf ein Jahr um rund 20 Prozent teurer und trifft junge Menschen besonders, weil sie öfter umziehen. Dafür haben sie aber kaum eine Leistung bekommen: Warum Mieter über 1.000 Euro Maklerprovision dafür zahlen sollen, dass jemand ein Inserat online gestellt hat, ist schwer begründbar. Würde die Maklerprovision jedoch von den Vermietern bezahlt, könnten diese Makler-Angebote vergleichen und billigere Makler beauftragen oder die Mieter für ihre Wohnung selbst suchen. Maklergebühren von zwei Monatsmieten würden der Vergangenheit angehören!
Interessant ist dabei auch, dass gerade jene, die immer nach mehr Markt schreien wie z.B. die ÖVP, FPÖ oder die Neos, hier eine marktkonforme Regelung im Nationalrat blockieren.

Ein Recht auf eine bezahlbare Wohnung

Diese Forderungen werden von einem Grundgedanken umklammert: Wir alle haben ein Recht auf eine gute und bezahlbare Wohnung! In der Steiermark soll niemand und schon gar nicht wir jungen, von den Wohnungskosten erdrückt werden!

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