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Pflege: 10 Maßnahmen für eine gute Pflege für alle

Wir sorgen heute für die beste Pflege von morgen. Damit übermorgen alle Steirerinnen und Steirer glücklich alt werden können. Unser Landeshauptmann-Stv. Michael Schickhofer erklärt, wie wir in der Steiermark sicherstellen wollen, dass alle Menschen in Würde altern können.

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Die Pflege ist eines der wichtigsten Zukunftsfelder

 

In knapp zehn Jahren werden mehr als eine Million Österreicherinnen und Österreicher älter als 75 Jahre sein, bis 2050 wird sich diese Dynamik weiter beschleunigen, die Zahl der Pflegebedürftigen wird rasant steigen. Um ein Altern in Würde, eine gute Pflege und vor allem Glück und Zufriedenheit bis ins hohe Alter für alle Steirerinnen und Steirer zu gewährleisten, habe ich bereits heute ein Konzept für die Zukunft der Pflege auf den Tisch gelegt.

Respekt für die ältere Generation

Die ältere Generation hat unser Land aufgebaut und unglaublich viel für die Steiermark geleistet. Dafür bin ich zutiefst dankbar. Nun ist es an der Zeit, für sie da zu sein, weil sie uns brauchen. Alle Steirerinnen und Steirer sollen in Zukunft die beste Betreuung und Pflege erhalten, um bis ins hohe Alter selbstbestimmt und glücklich zu leben. Ob zu Hause oder in einer Pflegeeinrichtung, die Steirerinnen und Steirer verdienen die beste Pflege, die ihre persönlichen Bedürfnisse berücksichtigt, vor allem mehr Zeit, um einen erfüllten Alltag zu ermöglichen.

10 Maßnahmen für eine gute Pflege

Wir haben ein Zukunftskonzept für die Steiermark entwickelt, um den Herausforderungen von morgen gewachsen zu sein. Damit die Steiermark ein Land wird, in dem alle in unserer Gesellschaft ohne Sorgen alt werden können. Ich möchte, dass in der Pflege von morgen die gemeinsam verbrachte Zeit und der erfüllte Alltag im Vordergrund steht. Mit 10 konkreten Maßnahmen werden wir die Betreuung und Pflege älterer Menschen in der Steiermark auch in Zukunft sichern und vor allem neues Lebensglück auch im hohen Alter schaffen:

Altern in vertrauter Umgebung

 

Fast alle älteren Menschen haben den Wunsch, möglichst lange eigenständig zu Hause zu leben. Daher müssen wir heute die Angebote der mobilen Betreuung, die den Menschen ein Altern in der gewohnten und vertrauten Umgebung ermöglicht, in der Steiermark ausbauen. Es darf nicht sein, dass die Pflege zu Hause nicht durch die öffentliche Hand unterstützt wird und damit für viele Steirerinnen und Steirer nicht leistbar ist. In der Steiermark soll jeder und jede die Chance auf ein Altern zu Hause habe. Ein Altern in Würde bis ins hohe Alter kann nur mit umfassender Selbstbestimmung erreicht werden – die Steirerinnen und Steirer sollen selbst entscheiden können, welche Form der Pflege sie bevorzugen. Die Pflege zu Hause darf keinesfalls mehr Nachteile haben.

Klare Standards für die 24 Stunden Betreuung

Heute sind in der Steiermark rund 12.000 Personenbetreuerinnen und -betreuer als Selbständige mit Gewerbeschein in der Betreuung von rund 7.000 Steirerinnen und Steirer aktiv. Es braucht ein klares Bekenntnis zu einer verbindlichen Qualitätssicherung (Qualitätsbesuche/-begleitung durch Fachpersonal). Für Betroffene und Personenbetreuer und Personenbetreuerinnen muss es klare Standards geben, die für alle in der Steiermark die beste Betreuung garantieren. Dringend braucht es auch die Anpassung der Förderung für die 24-Stunden-Betreuung, die – ohnehin schon gering – in den letzten 10 Jahren nicht valorisiert wurde und maßgeblich an Kaufkraft eingebüßt hat.

Hilfe für Angehörige

Rund 70 Prozent aller 58.000 Pflegegeldbezieher und -bezieherinnen werden in Familien und Freundschaftssystemen gepflegt, betreut und versorgt. Diese Menschen dürfen wir nicht mit ihrer Verantwortung alleine lassen. Wir müssen sie mit voller Kraft unterstützen und für sie da sein. Stundenweise Betreuungsangebote wie zum Beispiel Nachmittags-, Abends- sowie Wochenendbetreuungen müssen dringend ausgebaut werden, um Angehörigen Möglichkeiten zum Kraft tanken zu bieten und sie von der enormen Verantwortung zu entlasten.

Zudem soll das Pflegegeld bei einer Demenzerkrankung von der Stufe drei auf die Stufe vier erhöht werden, da sie häufig mit einer enormen zusätzlichen Belastung und einem großen Betreuungsaufwand einhergeht. Angehörige, die zu Hause Menschen mit Demenz betreuen, sollen zukünftig zusätzlich mit einem kostenlosen Coaching – einer Hilfe und Beratung – Unterstützung erhalten.

Auch im Bereich der Hospizbegleitung fordern wir einen Ausbau des Angebotes, um Angehörige und Betroffene beim Sterben und beim Verlust eines lieben Menschen nicht alleine zu lassen.

Gute Pflege für alle

Selbstbestimmt altern

Wir müssen leistbare, mobile, teilstationäre (Tageszentren) Pflege- und Betreuungsangeboten vor allem in den ländlichen Regionen ausbauen. Es braucht auch mehr und flexibel abrufbare regional aufgeteilte Kurzzeitpflegeplätze, damit pflegende Angehörige stunden-, tage- und wochenweise entlastet werden.

Besonders Tageszentren bieten älteren Menschen die Möglichkeit selbstständig und selbstbestimmt zu leben, dabei aber nicht der Einsamkeit ausgesetzt zu sein. Natürlich sollen neben diesen Möglichkeiten auch Angebote wie betreutes Wohnen oder neue Formen des betreuten Wohnens ausgebaut und forciert werden, da sie eine möglichst lange Selbstständigkeit Betroffener ermöglichen.

Mehr Zeit für den Menschen

Wir brauchen mehr Pflegepersonal für die Menschen, die unsere Hilfe benötigen. In der Pflege geht es nicht um die bloße Versorgung, vielmehr geht es um die persönliche Zuwendung, um gemeinsame Zeit, um Lebensfreude, die wir durch die kleinen Dinge, im Austausch mit anderen erleben und die auch ältere Menschen noch erleben sollen können. Es braucht daher ausreichend Pflegekräfte und mehr Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in unseren Pflegeheimen und in der mobilen Pflege – unsere Pflegerinnen und Pfleger müssen wieder mehr Zeit für die persönliche Betreuung und Pflege haben und der Mensch muss wieder im Mittelpunkt stehen. Daher fordern wir eine Verbesserung des Personalschlüssels in der Betreuung und Pflege.

Weniger Bürokratie für Betroffene

Häufig sind Menschen, die auf Betreuung und Pflege angewiesen sind, besonders auch deren Angehörige mit enormen bürokratischen Aufwand konfrontiert. In der Steiermark soll der Bezug von Leistungen künftig nur mit notwendigstem bürokratischen Erledigungen verbunden sein. Rasche Hilfe und auch finanzielle Unterstützung haben oberste Priorität.

Pflegeatlas zur Orientierung

Ein Pflegeatlas soll allen Steirerinnen und Steirern einen umfassenden Überblick über stationäre, teilstationäre sowie mobilen Betreuungs- und Pflegeangebote bieten. Sowohl online als auch in gedruckter Form soll der Pflegeatlas allen Steirerinnen und Steirern zukünftig zur Verfügung stehen.

Um die Suche nach einem Pflegeheim für Angehörige, aber auch für Sozialarbeiter und Sozialarbeiterinnen zu vereinfachen, fordern wir zudem eine Online-Pflegeplattform, die tagesaktuell Überblick über freie Pflegeplätze in steirischen Einrichtungen gibt. In der Stadt Graz wird derzeit eine solche Plattform erarbeitet.

Attraktivierung des Pflegeberufes

Bereits jetzt besteht in ganz Österreich ein Mangel an Pflegepersonal. In der Steiermark müssen deutlich mehr Ausbildungsplätze für Diplomierte Gesundheits- und Krankenpfleger und Krankenpflegerinnen sowie Pflegeassistentinnen und Pflegeassistenten geschaffen werden. Ausbildungsplätze müssen zudem verstärkt am Bedarf und an den Anforderungen in den steirischen Regionen ausgerichtet werden.

Interessierten muss ein Umstieg in einen Pflegeberuf erleichtert werden: Dazu ist es notwendig Stiftungsmodelle oder andere Finanzierungsmodelle nicht an langjährige Arbeitslosigkeit zu binden. Weiters ist es erforderlich im Rahmen des Österreichischen Gesundheits- und Krankenpflegegesetzes die Berufskompetenzen der Diplomierten Gesundheits- und KrankenpflegerInnen und der PflegeassistentInnen deutlich auszuweiten.

"Smart Home" in der Pflege

Technische Entwicklungen sollen im Bereich der Pflege und Betreuung für die Unterstützung älterer Personen genutzt werden. Hier beginnt die Unterstützung bereits im Alltag zu Hause: Mit „Smart Home“-Anwendungen können ältere Menschen mit Assistenzsystemen länger unabhängig im eigenen zu Hause leben, aber auch in Pflegeeinrichtungen kann die Unabhängigkeit und Selbstständigkeit maßgeblich unterstützt werden.

Gemeinnützigkeit von Einrichtungen

Die Gemeinnützigkeit soll künftig für alle Betreiber von Einrichtungen und Anbietern von mobilen Pflegediensten, die sich aus Mitteln des Landes Steiermark finanzieren, maßgeblich sein. Die Gemeinnützigkeit soll als Bewilligungsvoraussetzung für neue Pflegeheime und Einrichtungen gesetzlich verankert werden.

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