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So machen wir Graz zur Klimahauptstadt Österreichs

Landeshauptmann-Stv. Michael Schickhofer erklärt, wie wir mit einem umfassenden Aktionsplan für die Stadt Graz den Auswirkungen des Klimawandels entgegentreten und zur Klimahauptstadt Nummer 1 werden wollen.

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LH-Stv. Michael Schickhofer

Klimaschutzland Nummer 1

Die Steiermark muss Klimaschutzland Nummer 1 werden – mit der Klimahauptstadt Graz. Um die Lebensqualität in der Landeshauptstadt und in Graz-Umgebung deutlich zu erhöhen und richtig große Fortschritte im Klimaschutz zu machen, brauchen wir einen umfassenden Masterplan der steirischen Landespolitik. In Graz soll nicht die Bevölkerungszahl, sondern die Lebensqualität der Grazerinnen und Grazer steigen. Graz hätte das Potenzial, ebenfalls eine der lebenswertesten Städte der Welt zu werden. Die Landespolitik muss dafür Hand in Hand mit Graz gehen. Als Grundvoraussetzung brauchen wir ein neues Miteinander auf Augenhöhe zwischen Land Steiermark, Stadt Graz und allen Städten und Gemeinden in Graz-Umgebung.

Ich will, dass wir einen steirischen Schulterschluss für mehr Lebensqualität in der Landeshauptstadt zustande bringen, für günstige, gut ausgebaute Öffis, leistbaren Wohnraum, mehr Grün- und Parkanlagen und Maßnahmen zur Entschleunigung. Die lebenswertesten Städte der Welt arbeiten daran, den Menschen diese Voraussetzungen zu bieten.

“Der öffentliche Verkehr soll deutlich ausgebaut werden und auch die Umlandgemeinden miteinbeziehen.”

Unser Konzept für leistbares Wohnen – 499-Euro-Wohnen für 70 m2 – haben wir bereits vorgestellt. Das ist eines der brennendsten Themen in Graz. Der öffentliche Verkehr soll deutlich ausgebaut werden und auch die Umlandgemeinden miteinbeziehen. Beim Radverkehr brauchen wir ebenfalls einen großen Schritt Richtung Zukunft. Erst letzte Woche wurde gemeinsam mit Verkehrslandesrat Anton Lang eine langfristige Finanzierung von insgesamt 100 Millionen Euro für die nächsten zehn Jahre präsentiert. Wir brauchen allerdings verbindliche Ziele, um sicherzustellen, dass dieses Geld auch bestmöglich eingesetzt wird, um das Leben der Grazerinnen und Grazer zu verbessern. Es braucht einen generellen Richtungswechsel in der städtischen Verkehrspolitik. Der öffentliche Verkehr muss schnell so attraktiv werden, dass sich der Umstieg vom eigenen PKW auf öffentliche Verkehrsmittel lohnt. In Kopenhagen wird die Hälfte der Strecken mit dem Fahrrad zurück gelegt. Dann können wir in Graz ein Drittel der Strecken wohl schaffen.

Mit einem umfassenden Aktionsplan soll Graz zu den lebenswertesten Städten der Welt aufsteigen können.

Bim-Ausbau

Der mangelnde Ausbau der Straßenbahnen ist eines der größten Probleme in Graz. Es gibt zu wenige Linien und zu Spitzenzeiten sind die Straßenbahnen überfüllt. Noch dazu laufen die Hauptlinien alle durch die Herrengasse, bei einem Ausfall auf dieser Strecke steht beinahe alle Bims in Graz still. Wir wollen daher den unverzüglichen Ausbau der Grazer Straßenbahnen weiter vorantreiben, damit Graz endlich die Infrastruktur bekommt, die für eine Stadt dieser Größe angemessen ist. Verkehrslandesrat Anton Lang hat bereits eine Gesamtförderung des Landes für Grazer Straßenbahnprojekte und Begleitmaßnahmen über insgesamt 43,8 Millionen Euro präsentiert, dennoch zieht sich der Ausbau. Wir wollen daher klar verbindliche Maßnahmen, um sicherzustellen, dass dieses Geld auch sinnvoll eingesetzt wird. Eine Erhöhung der Kapazität des öffentlichen Verkehrs um fünf Prozent pro Jahr ist realistisch und soll angestrebt werden.

Vorrangig wollen wir die Wiedereröffnung der Uni-Bim, die Errichtung einer Magna-Bim, den Bau einer Straßenbahnlinie über den Griesplatz und den Bau einer Straßenbahnlinie nach Seiersberg-Pirka. Alle Grazer Bezirke müssen an das Straßenbahnnetz angebunden werden.

Außerdem muss die Benachteiligung durch den Bund (der in Wien den U-Bahn-Ausbau finanziert) endlich aufhören. Graz muss hier mit Bundesmitteln unterstützt werden.

Ausbau der Radwege

Graz braucht einen massiven Ausbau des Radwegnetzes. Aktuell gibt es keinen Fahrradschnellweg in Graz und nur 94 Kilometer Radwege insgesamt. Das ist viel zu wenig. Aus diesem Grund hat Verkehrslandesrat Anton Lang nun auch beträchtliche Mittel zur Verfügung gestellt. Wir wollen den Ausbau des Grazer Radwegenetzes auch künftig stark fördern. Doch auch hier braucht es neben der Schaffung von Radfahrhighways weitere verbindliche Ziele. Wir brauchen daher den Ausbau der Radwege und Radfahrhighways in alle Grazer Bezirke.

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Ausbau der S-Stationen

Zusätzlich zur Straßenbahn gibt es mit der S-Bahn eine weitere gute Möglichkeit, den schienengebundenen Verkehr in Graz auszubauen. Wir stellen uns daher den Bau einer S-Bahnstation in Gösting und den Bau neuer S-Bahnstationen im Norden und Südwesten von Graz vor.

Park & Ride

Das Konzept der Park & Ride Anlagen wird in Graz leider nicht ausgeschöpft. Vor allem in einer Stadt wie Graz, mit hunderttausenden Pendlerinnen und Pendlern jeden Tag, sind Park & Ride Anlagen ein wichtiges Instrument, um Staus zu vermeiden und die Autos von der Innenstadt fernzuhalten. Dafür müssen sie jedoch auch effektiv genutzt werden können. Um die grundlegende Infrastruktur herzustellen, brauchen wir den Ausbau und Neubau von Park & Ride Zentren in den Außenbezirken und den Umlandgemeinden. Jedes Park & Ride Zentrum muss an eine Straßenbahn oder S-Bahn angeschlossen sein. Der entscheidende Faktor dafür, dass Park and Ride Anlagen funktionieren, ist die Möglichkeit, schnell und bequem auf ein schienengebundenes öffentliches Verkehrsmittel umsteigen zu können. Busse sind in diesem Zusammenhang nicht effektiv, denn Studien beweisen, dass die Wahrscheinlichkeit, vom eigenen Auto auf den Bus umzusteigen, wesentlich geringer ist. Außerdem brauchen wir neue und attraktive Abstellplätze für Fahrräder in allen Teilen von Graz.

Ausbau der Fernwärmeversorgung

Die Grazer Energieversorgung soll nachhaltiger und klimafreundlicher werden. Unser Ziel ist, dass Graz seine Energieversorgung gänzlich auf erneuerbare Quellen umstellt. Das ist einerseits wichtig, um die Klimaziele zu erreichen und bietet andererseits auch die Möglichkeit, die Heizkosten für die Menschen in Graz zu senken, wie wir es schon in unserem Modell für das 499 Euro Wohnen beschrieben haben. Wir wollen darum auch geförderte Energieberatungen für Mieterinnen und Mieter zum Zweck einer besseren Energieeffizienzüberprüfung.

Errichtung von mehr Photovoltaikanlagen

Eine unserer Hauptforderungen beim Ausbau der erneuerbaren Energien ist die verstärkte Nutzung von Photovoltaikanlagen. Dafür haben wir ein ambitioniertes Ziel: Jedes Dach in der Steiermark, das in öffentlicher Hand ist, soll eine Photovoltaikanlage bekommen. Besonders Graz bietet sich hier aufgrund der hohen Anzahl von Gebäuden in öffentlicher Hand an. Wir wollen mit gutem Beispiel vorangehen, um die Energiewende in Graz und der Steiermark aktiv voranzutreiben.

Zubetonieren von Graz muss aufhören

Die immer stärker zunehmende Verbauung von Graz ist eine der Hauptsorgen der Menschen. In vielen Fällen müssen Grünflächen weichen und werden zubetoniert. Dabei sind Park- und Grünanlagen enorm wichtig für die Lebensqualität der Menschen. Sie geben Kindern einen Platz zum Spielen und allen Menschen einen Ort der Erholung. Zu viele Betonflächen sorgen außerdem dafür, dass sich die Stadt extrem aufheizt. Auch heuer wurden in Graz wieder Hitzerekorde gemessen. Wir wollen hier einen anderen Weg gehen. Die Grünflächen der Stadt müssen deutlich ausgeweitet werden. Unser Ziel ist, dass alle Grazerinnen und Grazer die nächste Grünfläche innerhalb von 5 Minuten zu Fuß erreichen können. Außerdem sollte eine Entsiegelungsprämie angedacht werden, um Grünraum wieder zurückzugewinnen.

Dachbegrünung

Wir wollen, dass Dachflächen und Fassaden stärker als bisher begrünt werden. Das bringt einerseits positive Auswirkungen für das Klima und die Luftqualität, andererseits wird so auch das Erscheinungsbild von Gebäuden und Wohnsiedlungen deutlich aufgewertet. Auch hier wollen wir mit positivem Beispiel vorangehen und Gebäude in öffentlicher Hand entsprechend gestalten.

Lebensraum Mur

Der Lebensraum Mur muss für die Menschen belebt und nutzbar gemacht werden. Hier sollen Angebote und Möglichkeiten zur Erholung und Freizeitgestaltung geschaffen werden. Die Mur muss als Lebensader in der Steiermark den Steirerinnen und Steirern zur Verfügung stehen. Konsumfreie Zonen, Sportmöglichkeiten, Spielplätze, Sitzgelegenheiten sollen der Mur entlang allen Grazerinnen und Grazer und auch alle Besucher zur Verfügung stehen. In vielen Bereichen ist die Mur für die Bewohnerinnen und Bewohner gar nicht zugänglich, obwohl gerade der Aufenthalt in der Nähe des kühlenden Wassers im Sommer für angenehme Abkühlung sorgen könnte.

Leistbare Freizeitangebote

Schwimmbäder und Sportzentren müssen für die Grazerinnen und Grazer wieder leistbar werden. Auch das Angebot an öffentlichen Sport- und Spielplätzen muss dringend ausgebaut werden, um allen auch in der Stadt Bewegung und Spiel zu ermöglichen.

Zudem ist es wichtig, dass die Grazer Vereine in ihrer Tätigkeit mehr Unterstützung erfahren. Gerade die Arbeit der zahlreichen Vereine, das Engagement der vielen Ehrenamtlichen ermöglicht es den Grazerinnen und Grazern ihren Interessen und Hobbys nachgehen zu können.

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