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Glückliche Kindheit: So begleiten wir Kinder in ihrer Entwicklung

Damit sich Kinder bestmöglich entwickeln können, brauchen sie Liebe, Zuneigung, Geborgenheit und ein stabiles Zuhause. Es ist eine Aufgabe, die schwer zu bewältigen sein kann. „Dann müssen wir die Eltern dabei unterstützen“, ist Soziallandesrätin Doris Kampus überzeugt.

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Doris-Blog

Es war ein berührender Moment, der zuvor für viel Verwunderung gesorgt hatte. Denn gleich zu Beginn der Veranstaltung „Gewalt.frei Steiermark“ erhielten die BesucherInnen ein Kuvert in die Hand gedrückt. Als wir endlich aufgefordert wurden, diese zu öffnen, sah ich im Augenwinkel, wie bei einigen eine schwarze Karte hervorblitzte. „Diejenigen, die eine Karte in ihrem Kuvert vorgefunden haben, bitte ich nun, sich zu erheben“, forderte die Moderatorin Eva Pöttler die Landtagspräsidentin Gabriele Kolar und alle anderen BesucherInnen auf. Nur zwei Stühle weiter erhob sich eine Frau, hinter mir ein Mann. Ich ließ meinen Blick durch die Reihen schweifen: „Weltweit ist jedes fünfte Kind von Gewalt betroffen“, sagte die Moderatorin.

“Als Mutter dreier Kinder weiß ich: Ein Kind großzuziehen ist nicht immer einfach, es erfordert mitunter viel Geduld und Verständnis”

Als Mutter dreier Kinder weiß ich: Ein Kind großzuziehen ist nicht immer einfach. Es erfordert mitunter viel Geduld und Verständnis – und kann damit manchmal eine wirklich schwer zu bewältigende Aufgabe sein. Vor allem dann, wenn man sich in einer Lebenssituation befindet, in der es komplexe Probleme zu bewältigen gilt. Aber Gewalt? Gewalt kann niemals eine Lösung sein. Ich habe mich gefragt und frage mich es immer wieder, wie groß die Verzweiflung in solchen Fällen wohl sein musste.

In der Steiermark ist niemand auf sich alleine gestellt.

Um es gar nicht erst so weit kommen zu lassen, war es in den vergangenen Jahren eines meiner wichtigsten politischen Anliegen, den Kinderschutz massiv auszubauen. Erst im Juni habe ich ein Kinderschutzzentrum in Feldbach eröffnet. Mittlerweile gibt es in allen Regionen der Steiermark Einrichtungen, die Jahr für Jahr Tausende Familien unterstützen, beraten und auch therapieren. In manchen Fällen reicht das.

In anderen Fällen braucht es allerdings mehr: Einrichtungen und Pflegefamilien, die den betroffenen Kindern mit viel Liebe die Chance bieten, in einem geborgenen, stabilen und sicheren Umfeld aufwachsen zu können. Manchmal geht es einfach nicht anders – und dessen sind sich zumeist auch die Eltern bewusst: In 93 Prozent der Fälle werden die Kinder aufgrund einer Vereinbarung mit den Eltern fremduntergebracht.

In der Steiermark kümmern sich derzeit 736 Pflegemütter und -väter um das Wohlergehen ihrer Schützlinge.

Mit unserer Pflegeelternoffensive haben wir hier etwas Einzigartiges erreicht: Die Steiermark ist das einzige Bundesland, in dem mehr Kinder in Pflegefamilien untergebracht sind als in sozialpädagogischen Einrichtungen. Das freut mich, denn die Kinder profitieren von der familiären Struktur und der Bindung, die sie zu ihren Pflegeeltern aufbauen.

Für das, was sie tagtäglich leisten, bin ich den Pflegeeltern unendlich dankbar. Denn wie in jeder anderen Familie auch, liegen in Pflegefamilien Glücksmomente und Stolz, Ärger und Frust nah beieinander. Pflegeperson zu sein ist eine Aufgabe, die viel Herz erfordert, dafür aber mit Liebe bedankt wird. Oder, wie es schon Albert Schweitzer zu formulieren wusste:

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„Das eigene Glück kann man nur multiplizieren, wenn man es teilt.“

Pflegeperson werden kann übrigens jede/r – egal, ob alleinstehend, verheiratet oder in einer (gleichgeschlechtlichen) Partnerschaft lebend. Es braucht allerdings eine Pflegeplatzbewilligung. Diese erteilt die zuständige Bezirksverwaltungsbehörde – also z.B. in Graz das Jugendamt – nach Besuch einer Pflegepersonenschulung. Wer sich dafür interessiert, informiert sich am besten unter www.pflegefamilie.at.

Schlussendlich bleibt mir nur noch eines zu sagen:

Sich Hilfe zu holen, wenn man Hilfe benötigt, ist keine Schande.

Das kann man zum Beispiel bei einer der sechs Elternberatungszentren und 47 Elternberatungsstellen des Landes Steiermark – kostenlos, ohne Voranmeldung und direkt in der jeweiligen Region.

Ich wünsche mir, dass Kinderschutz auch künftig in der Steiermark großgeschrieben wird. Dafür setze ich mich ein – mit all meiner Kraft!

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