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Unser Weg zu einer gewaltfreien Steiermark

Gewalt hat heute leichtes Spiel. Social-Media-Plattformen vernetzen gleichgesinnte Menschen miteinander – auch jene, die Hass verbreiten. Betroffen sind meist Frauen. Soziallandesrätin Doris Kampus baut den Gewaltschutz in der Steiermark aus.

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Pendlerbeihilfe1

Wir dürfen uns glücklich schätzen: Wir leben in einem der friedlichsten und sichersten Länder der Welt. Laut einem Ranking der US-amerikanischen Zeitung Global Finance ist Österreich das fünfsicherste Land der Welt, laut Global Peace Index das viertfriedlichste. Trotzdem:

“Gewalt ist auch hier, sowohl in Österreich als auch in der Steiermark ein Thema”

Manchmal – aber eher selten – tritt sie in einer Form auf, die sie auch auf offener Straße sichtbar macht. Meist geschieht sie aber hinter verschlossenen Türen, in den eigenen vier Wänden, fernab der öffentlichen Aufmerksamkeit. Betroffen sind dann vor allem Kinder und Frauen.

Hier gilt es dann, als Außenstehender genau hinzusehen und zu -hören. Denn die Anzeichen für häusliche Gewalt sind subtil, aber erkennbar. Grundsätzlich gilt: Besser einmal zu oft handeln als einmal zu wenig. Diesem Grundsatz folgen wir auch auf politischer Ebene.

6,5 Millionen für Gewaltschutz

Die Steiermark gibt rund 6,5 Millionen Euro für Maßnahmen im Gewaltschuz aus. Damit – und mit dem Gewaltschutzeinrichtungsgesetz, mit dem wir vor 15 Jahren einen Meilenstein gesetzt haben – ist unser Bundesland klarer Gewaltschutz-Vorreiter. Denn die Steiermark ist das einzige Land, in dem jede Frau, gemeinsam mit etwaigen, minderjährigen Kindern, ein Recht auf einen Platz in einer Frauenschutzeinrichtung hat. In der Steiermark verfügen wir über zwei Frauenhäuser und ein Gewaltschutzzentrum mit sechs Außenstellen.

Eigene Angebote gibt es aber auch für Kinder. Sie sind die Schwächsten in unserer Gesellschaft. Das macht ihren Schutz zu einer ganz besonderen Herausforderung. Denn bevor es überhaupt so weit kommt, dass sich Kinder Hilfe holen, benötigen sie ausreichende Information und Sicherheit.

Information, weil manche Kinder und Jugendliche in einer Welt aufgewachsen sind, in der Gewalt einen Teil des täglichen Lebens darstellt. Bevor sie sich Hilfe holen, müssen wir ihnen erst zu verstehen geben, dass Gewalt – in welcher Form auch immer – inakzeptabel ist.

Sicherheit, weil wir ihnen auch den Mut geben müssen, sich Hilfe zu holen – und das immer im Einverständnis, dass alles gut werden wird, egal, wie finster die Situation im Moment auch erscheinen mag. Diese Sicherheit können wir ihnen nur geben, wenn Hilfe vor Ort ist. Deshalb ist es mir auch so wichtig, dass Kinder und Jugendliche innerhalb von nur 30 Minuten Fahrzeit die nächste Kinderschutzeinrichtung erreichen können.

Damit die Hilfe dort ist, wo die Menschen sind

Eine sichtbarere, aber genauso schmerzhafte und leider auch in der Steiermark immer häufiger vorkommende Form von Gewalt ist Cybermobbing. 65 Prozent aller bei der Antidiskriminierungsstelle Steiermark gemeldeten Fälle ereigneten sich 2018 im Netz. Und wieder sind es Kinder, Jugendliche und Frauen, die besonders häufig betroffen sind. Mit der App „Ban Hate“ haben wir gemeinsam ein Meldesystem entwickelt haben, das es den Betroffenen auf unkomplizierte Art und Weise ermöglicht, solche Verstöße zu melden.

Die Ansprüche im Gewaltschutz sind also sehr vielfältig – von der Zielgruppe bis hin zu den unterschiedlichen Formen von Gewalt ist immer ein anderer Umgang gefragt.

Darum habe ich einen Gewaltschutzbeirat eingerichtet, der künftig regelmäßig zusammentreten wird, um thematisch zu arbeiten und den Austausch unter den einzelnen Akteurinnen und Akteure intensiv zu halten.

Letztendlich bleibt nur eines zu sagen: Hass und Gewalt mögen zwar existieren – auch in der Steiermark –, gehen allerdings von einer kleinen Gruppe an Menschen aus.

Hass darf kein leichtes Spiel haben

Wenn wir Gewalt nicht ignorieren, hin- statt wegsehen, uns nicht auseinanderdividieren lassen und zusammenhalten, den Opfern zur Seite stehen, hat Hass eben kein leichtes Spiel in unserer Gesellschaft mehr.

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