Älter werden in der Steiermark

Pflege und Betreuung, also Sicherheit im Alter, sind öffentliche Güter und ein entscheidender Faktor für das gemeinschaftliche Wohl und den sozialen Zusammenhalt einer Gesellschaft. Auf diese Leistungen haben alle Mitglieder der Gesellschaft Anspruch. Es gibt keine Lösung ohne mehr Geld – und es darf keine Lösung nur für privilegierte Gruppen geben.

289508-P6O1VO-703

Gute Pflege für alle

Die langfristige Finanzierung der Pflege älterer Menschen ist die mit Abstand größte sozialpolitische Herausforderung der nächsten Jahre. In knapp zehn Jahren werden mehr als eine Million Österreicher älter als 75 Jahre sein, bis 2050 wird sich diese Dynamik weiter beschleunigen, die Zahl der Pflegebedürftigen wird rasant steigen. Finanziell schwächer gestellte Menschen werden die Nachteile als Erste spüren. 

Pflege braucht Solidarität und Unterstützung

Im Zentrum der Überlegungen muss die soziale Gerechtigkeit bei der Finanzierung der Pflege und Betreuung stehen. Es braucht eine weitreichende Struktur- und Finanzierungsänderung: Wir brauchen eine umfassende solidarische Absicherung für den Fall der Pflegebedürftigkeit. Pflegebedürftigkeit ist ein Risiko wie Krankheit, Unfall, Arbeitsunfähigkeit oder Arbeitslosigkeit – lauter Risiken, für die es aus gutem Grund eine solidarische, staatliche Absicherung gibt. Wir brauchen das auch für die Pflege! Das ist kein Projekt, das von heute auf morgen umzusetzen ist. Gerade deshalb muss es jetzt angegangen werden.

Solidarische Pflegefinanzierung sicherstellen

Wir brauchen eine Strukturänderung auch deshalb, weil die Lastenverteilung für Pflege zwischen den Gebietskörperschaften die Gemeinden finanziell an den Rand der Leistungsfähigkeit bringt. Mit Finanzausgleich und Pflegefonds gibt es zwar zusätzliche Mittel, diese decken jedoch nur einen Bruchteil der anfallenden Kosten. Sie wirken wie ein Aspirin gegen Zahnschmerzen: Eine akute Hilfe in ärgster Not, aber das Loch im Zahn bleibt. Die Zeit ist reif für einen mutigen und in die Zukunft gerichteten großen Wurf in der Sozial- und Gesundheitspolitik. Pflege gehört solidarisch finanziert.

Dazu braucht es:

  • Eine staatliche Pflegesicherung
  • Die Aufwertung des Pflegeberufes
  • Die Regressabschaffung bei mobiler Pflege
  • Tageszentren für ältere Pflegebedürftige
  • Die Einrichtung von Pflegeservicestellen
  • Maßnahmen zur Entlastung pflegender Angehöriger
  • Ein innovationsfreundliches Klima für Pflege und Betreuung
  • Eine PensionistInnenanwaltschaft als starke Partnerin
  • Die weiter Zurückdrängung der Alterarmut
  • altersgerechtes Generationenwohnen statt Einsamkeit

TEILEN

Share on twitter
Share on facebook
Share on email
Share on whatsapp

Ähnliche Beiträge

Diese Webseite verwendet Cookies. Weitere Informationen finden Sie in unserer Datenschutzerklärung. Stimmen Sie zu, um Cookies zu akzeptieren und unsere Webseite besuchen zu können.